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Nettetal: Mädchen retten Schwalbenschwanz

Nettetal : Mädchen retten Schwalbenschwanz

Der Schwalbenschwanz gilt als größter Schmetterling in unserer Gegend. Er ist, wie viele Schmetterlingsarten, inzwischen selten geworden. Dass er möglicherweise demnächst über der Ginkesweide schaukelt, ist der zwölfjährigen Julia Höpfinger aus Hinsbeck zu danken. Sie bummelte unlängst mit Freundinnen durch die Ginkesweide, wo sie auf dem Weg eine "fingerdicke, große und sehr hässliche Raupe" kriechen sahen.

Die Mädchen wollten die Raupe nach dem ersten gemeinsamen Urteil zertreten: "Das ist bestimmt eine Eichenprozessionsspinner-Raupe und damit gefährlich." Doch Julia stoppte ihre Freundinnen und suchte per Handy Hilfe beim Naturschutzbund. Sie landete bei der Bundesgeschäftsstelle in Berlin, der sie die hässliche Hinsbecker Raupe sehr detailliert beschrieb. Die Antwort folgte prompt: "Ein Schwalbenschwanz — ein sehr bunter, schöner und seltener großer Schmetterling." Das ideale Biotop für den Schwalbenschwanz biete die Ginkesweide, wo unter anderem die wilde Möhre wächst. Daran habe sich die fingerdicke Raupe gelabt. Die Zwölfjährigen freuten sich, eine solche Entdeckung gemacht zu haben. Doch bei Julia gab es einige Tage später noch mal kurz Ärger, als die Telefonrechnung kam. Das Handy-Gespräch von der Ginkesweide in Hinsbeck zum Nabu in Berlin hatte 11,50 Euro gekostet. Julias Eltern zeigten schließlich Verständnis und lobten das Engagement für den Artenschutz. Nettetals Nabu-Vorsitzender Heinz Tüffers wird Julia demnächst auf dem Naturschutzhof ein Bestimmungsbuch für Schmetterlinge und deren Raupen schenken.

Der Schwalbenschwanz ist einer der größten und auffälligsten Tagfalter und hat eine Flügelspannweite von 50 bis 75 Millimetern. Er ist gelb und schwarz gemustert mit einer blauen Binde und roten Augenflecken. Die Raupen sind unbehaart, grün gefärbt und haben schwarze Querstreifen mit gelben oder orangeroten Punkten.

(le-)