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Nettetal: Mädchen (15) stürzt durch Kaufhausdach vier Meter in die Tiefe

Nettetal : Mädchen (15) stürzt durch Kaufhausdach vier Meter in die Tiefe

Eine 15-Jährige verletzte sich schwer, als sie auf dem Dach des leerstehenden Kaufhauses Hertie auf die Plastikkuppel eines Lichtschachtes sprang. Das Mädchen wurde mit dem Rettungshubschrauber nach Krefeld geflogen.

Der schwere Unfall eines 15-jährigen Mädchens auf dem Dach des ehemaligen Hertie-Kaufhauses in Lobberich bewegt auch am Tag danach viele Gemüter. Nach Angaben der Polizei hielt sich das Mädchen zusammen mit anderen Jugendlichen nachmittags auf dem Flachdach des mehrgeschossigen Kaufhauses auf.

Eine Zeugin will beobachtet haben, dass sie auf der Plastikabdeckung eines Lichtschachtes herumsprang. Als die Abdeckung daraufhin zersplitterte, fiel das Mädchen etwa vier Meter in die Tiefe und zog sich dabei schwere Verletzungen zu. Obwohl sich das Nettetaler Krankenhaus in Sichtweite befindet, wurde sie mit einem Rettungshubschrauber in einer Klinik nach Krefeld gebracht. Ein Notfallseelsorger bemühte sich um mehrere Jugendliche, die offensichtlich unter Schock standen.

Der Vater der Jugendlichen berichtete gestern über Facebook, seine Tochter sei fünf Stunden operiert worden. Das Ergebnis sei zufriedenstellend, Lebensgefahr habe nicht bestanden. Weitere Auskünfte wolle er nicht geben, da das Unfallgeschehen ohnehin für eine umfangreiche öffentliche Diskussion sorge. Er und seine Frau seien allen Hilfskräften dankbar für die geleistete Hilfe.

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Der Feuerwehr-Löschzug Lobberich war gegen 16.40 Uhr am Sonntag alarmiert worden. Bei ihrem Eintreffen am Unfallort fanden die Rettungskräfte die 15-Jährige schwer verletzt im Gebäude. Feuerwehrleute unterstützten die inzwischen ebenfalls eingetroffenen Rettungskräfte bei der Versorgung der Patientin. Während der Rettungsmaßnahmen blieb der Kreuzungsbereich Freiheitstraße/Fenlandring gesperrt. Nach anderthalb Stunden endete der Einsatz, an dem 25 Einsatzkräfte mit vier Fahrzeugen beteiligt waren.

Nach Informationen der Rheinischen Post sollen die Jugendlichen über eine Mauer auf die Rampe gestiegen sein, die zum Parkdeck des seit geraumer Zeit leerstehenden Kaufhauses führt. Dort oben sollen sie ins Innere des Gebäudes eingedrungen sein, in dem die Leiterenden gelagert waren, die benötigt werden, um auf das Flachdach zu steigen. Das mit der Überwachung des Gebäudes betraute Unternehmen hält diese Leiterteile aus Sicherheitsgründen angeblich immer unter Verschluss. Die Jugendlichen sollen die Leiterteile gefunden und zusammengebaut haben. Das junge Mädchen soll nach ersten Erkenntnissen bewusst auf die Kunststoffabdeckung des Lichtschachtes gesprungen sein. Die Kuppel brach und zersplitterte, das Mädchen stürzte in die Tiefe.

Auf Fragen der RP berichtete die Stadtverwaltung gestern, dass sie das Gebäude immer wieder kontrolliert und darauf achtet, dass die Verkehrssicherungspflicht eingehalten wird. "In den vergangenen Wochen war beispielsweise mal eine Tür nicht ordnungsgemäß geschlossen. Die Stadt hat das Unternehmen, das das Gebäude kontrolliert, aufmerksam gemacht. Es hat sofort reagiert und Sicherungsmaßnahmen ergriffen", berichtet Pressesprecher Arndt Venten. Bürgermeister Christian Wagner sei bestürzt über den Unfall. "Wir können das Gebäude nur mit unseren Möglichkeiten überwachen", unterstrich Venten.

Die beträchtlichen Kosten des Einsatzes von Rettungskräften und Feuerwehr sowie des Hubschraubers wird voraussichtlich die Unfallversicherung der Jugendlichen tragen - sofern sie entsprechend versichert sein sollte. Horst Pawlik, Sprecher der Versicherungswirtschaft, wies auf Anfrage darauf hin, dass die Versicherung nur bei Vorsatz und bei Einfluss von Drogen und Alkohol nicht greift.

(RP)