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Nettetal: Lösung für Goerigk-Stiftung

Nettetal : Lösung für Goerigk-Stiftung

Die Auseinandersetzung darüber, wie das freie Stiftungskapital verwendet wird, ist beigelegt. Leo Frenken, Bürgermeister Christian Wagner und Pfarrer Benedikt Schnitzler haben sich auf den Zeitraum 15 Jahre geeinigt.

Testamentsvollstrecker Leo Frenken hat mit der Stadt Nettetal sowie der Orts-Caritas und der Pfarre St. Clemens Kaldenkirchen eine einvernehmliche Regelung für die einstige Goerigk-Stiftung gefunden. Er bestätigte gegenüber der Rheinischen Post, was Bürgermeister Christian Wagner am vergangenen Donnerstag bereits dem Haupt- und Finanzausschuss mitgeteilt hatte. Die Ausgabe des Geldes wird über 15 Jahre gestreckt.

Die Kaldenkirchener Geschäftsleute Hermann und Josefa Goerigk hatten 1994 verfügt, dass ihr Vermögen in Höhe von rund 650 000 Euro (damals 1,3 Millionen Mark) für 15 Jahre in einer Stiftung angelegt werden sollte. Nutznießer wurden die Stadt Nettetal, die örtliche Caritas und die Pfarre St. Clemens. Nach dem Tod Josefa Goerigks, die ein Textilgeschäft in der Innenstadt betrieben hatte, wurde die Stiftung aktiv.

Kapital gedrittelt

Ende vergangenen Jahres lief die Stiftung aus. Die Stadt erhielt aus dem Vermögen rund 228 000 Euro, dieselben Beträge flossen an die Orts-Caritas und die Pfarre. Doch zeigte sich bald ein Problem. Denn verfügt worden war auch, dass das Geld innerhalb von zwei bis drei Jahren ausgegeben werden musste. Zwar gab es verschiedene Begehrlichkeiten zur Verwendung, aber gegen die wehrten sich Elisabeth und Leo Frenken für die Stiftung und im Sinne der Testamentsvollstreckung. Keinesfalls, so Frenken, sollte Geld beispielsweise von der Stadt für die im Bau befindliche Mensa im Schulzentrum oder für die ebenfalls im Bau befindliche Turnhalle (hier wollte der Förderverein gerne zugreifen) ausgegeben werden.

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Es entwickelte sich eine engagierte öffentliche Diskussion, in der Frenken sehr deutlich und unmissverständlich seinen Standpunkt vertrat. Der Stadtrat beendete den heraufziehenden Konflikt und folgte Frenkens Argumenten. Rechtsgutachten, die der Bürgermeister einholen wollte, lehnte der Rat ab. Damit war aber nicht geklärt, wie das Geld im Sinne des Testaments sinnvoll und zügig ausgegeben werden konnte. Vor einer ähnlichen Herausforderung standen auch die beiden kirchlichen Empfänger Caritas und Pfarrgemeinde. Die CDU regte schließlich an, ein Sondervermögen zu schaffen und die Bürger bei der Suche nach sinnvollen Ausgaben zu befragen. Klar war nur, dass das Geld als Hilfe für bedürftige auszugeben ist.

Vorschläge aus der Bürgerschaft, so sie denn überhaupt bei Fraktionen oder direkt bei der Stadtverwaltung eingingen, wiesen nicht den Weg aus der letztlich für Nettetal komfortablen Krise. Hinter den Kulissen wurde an einer Lösung gefeilt. Sie ist gefunden. So trafen sich unlängst Bürgermeister Christian Wagner, Pfarrer Benedikt Schnitzler und Leo Frenken. Das Stiftungsvermögen wird jetzt in einem Zeitraum von 15 Jahren ausgegeben. Der Stadt wurde aufgegeben, "30 bis 40 Prozent des Geldes" (so Leo Frenken) für bauliche Zwecke auszugeben. FRAGE DES TAGES

(RP)