Nettetal: Lobberichs Herz schlägt wieder

Nettetal: Lobberichs Herz schlägt wieder

Bei prächtigem Herbstwetter nahmen die Lobbericher ihren neu gestalteten alten Marktplatz wieder in Besitz. Er soll als "gute Stube" ein Ort der Geselligkeit sein. Demnächst wird noch die Figur des "Wenkbüll" aufgestellt.

An "Freunden einer lebendigen Innenstadt" fehlte es gestern in Lobberich nicht. Sie kamen zu Tausenden, um in der kleinen Budenstadt auf dem alten Marktplatz ein Glas auf dessen Neugestaltung zu heben. Viele wanderten über die von-Bocholtz-Straße zum Marktplatz Brockerhof, denn der war voll mit Kirmesgeschäften bebaut. Und sie schauten sich in den Geschäften zum verkaufsoffenen Sonntag um.

Nettetals Bürgermeister Christian Wagner freute sich, dass "Lobberich wieder einen Mittelpunkt hat". Die Umwandlung der einstigen Bushaltestelle und des Parkplatzes in einen Ort, "an dem Geselligkeit herrschen soll", reihte er ein in das stadtpolitische Ziel, die Bürger sollten sich in den Stadtzentren zu Hause fühlen. Den großen Besuch wertete er als gutes Zeichen: "Lobberichs Herz schlägt wieder."

VVV steuerte viel Geld bei

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Um es wieder flott zu bekommen, hat es vieler Planungsgespräche bedurft, die sich über zehn Jahre hinzogen, vom einstigen Technischen Beigeordneten Hartwig Kohte begonnen und von Susanne Fritzsche beendet. Auch die Politik mischte mit in Gestalt des Landtagsabgeordneten Christian Weisbrich, der gleichzeitig Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) ist; der stellte "in bürgerschaftlicher Initiative" über 100 000 Euro zur Verfügung und schulterte damit den städtischen Anteil an den Baukosten von 285 000 Euro; das Land gab 134 000 Euro. In der vorigen Woche ist ein Zuschuss von 187 000 Euro für den Ausbau der unteren Markt- und unteren Hochstraße bewilligt worden.

Weisbrich sprach von einem "lang gehegten Wunsch", der in Erfüllung gegangen sei. Er fügte gleich einen Traum an, in dem er sah, dass sich nun rund um den Markt einige gastliche Stätten mit Stühlen und Tischen auch vor dem Haus angesiedelt hatten: "Wäre das nicht schön?" Der Beifall zeigte, dass viele Lobbericher darauf warten. Jetzt schon hatte Ratsstube-Willy für die erste professionelle Außengastronomie gesorgt, ansonsten bemühten sich Vereine wie der Niederrhein-Chor oder das Tanzkorps Blau-Weiß mit Kaffee und Kuchen, Wein und Bier, heißem Slibowitz und türkischer Köfte um das Wohl der Gäste. Kinder wurden von Kasperle unterhalten, Kindergarten-Kinder unterhielten mit Lieder und Tänzen. Das "Kind im Manne" hatte sein Vergnügen an einer Schau der Schlepperfreunde Hinsbeck.

Dass nun ein Brunnen, der schon auf einer Karte aus dem Jahre 1645 eingezeichnet war, nun aufgemauert ist, ist verschiedenen Sponsoren zu verdanken, teilte Werbering-Vorsitzender Norbert Backes mit. Zu dessen Präsentation spielte der Hinsbecker Musikvereins Cäcilia natürlich "Am Brunnen vor dem Tore". Im Frühjahr, wenn auch der jetzt noch abgedeckte zweite Brunnen sichtbar und die "Wenkbüll"-Figur aufgestellt wird, folgt dann "Wenn alle Brünnlein fließen…"

(RP)
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