Leuth: Badstudio Balneum feiert zehnten Geburtstag

Leuth: Das Badezimmer als Wohnraum

Seit zehn Jahren gestaltet Petra Bäumges Badezimmer. Ihre Entwürfe zeichnet sie alle per Hand. Im Trend liegen bodengleiche Duschen und dunkle, gemütliche Farben.

In Petra Bäumges eigenem Badezimmer steht die Wanne in der Mitte des Raumes. Sie ist an den Seiten mit dunklen Mosaiksteinen besetzt, nach unten leuchtet ein grünes Licht. Vor dem Fenster hängen bodenlange beige Vorhänge, es gibt eine geräumige Dampfdusche, Holzelemente und helle Deko-Vasen. Der Raum ist gemütlich. Auch bei ihren Kunden bemerkt die Leuther Badgestalterin seit Jahren: „Das Bad hat einen sehr hohen Stellenwert bekommen.“ Es ist zu einem Wohnraum geworden.

Seit zehn Jahren betreiben Petra Bäumges und ihr Mann Wolfgang das Badstudio Balneum in Leuth. Vor 25 Jahren hatte Wolfgang Bäumges mit einem Sanitär- und Heizungsbetrieb angefangen, 2008 baute das Paar das Haus an der Straße May 30 zu einem Badstudio um. „Das hat so gut eingeschlagen, dass wir vor sechs Jahren im oberen Stockwerk einen Wellnessbereich eingerichtet haben“, sagt Petra Bäumges.

Seitdem können die Kunden sich in der ersten Etage nicht nur eine Sauna und einen Whirlpool angucken, sondern beides sogar testen. Im Erdgeschoss sind die neuesten Trends ausgestellt. Dort findet das erste Treffen statt, danach kommt Petra Bäumges zu den Kunden nach Hause und guckt sich das bisherige Badezimmer an.

Sie empfehle meist schlichte, zeitlose Installationen. „Der Pep kommt durch die Kombination von Materialien sowie Dekoration, beispielsweise bunte Handtücher“, sagt die Badgestalterin. Wandanstriche, Tapeten und Folie auf Glas geben Atmosphäre, können bei Bedarf aber auch schnell wieder ausgetauscht werden.

Die Pläne zeichnet Petra Bäumges noch per Hand. „Ich kann das auch am Computer, aber mit der Hand ist es individueller“, sagt die 53-Jährige. Anfangs war sie fachfremd: Petra Bäumges ist gelernte Einzelhandelskauffrau und arbeitete zuletzt im Marketing. Inzwischen bereuen sie und ihr Mann Kunden deutschlandweit, auch in Spanien haben sie schon Bäder gestaltet. Die Konkurrenz ist groß, alleine in der Heimat. Bäumges: „In Nettetal gibt es drei Badstudios.“

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Laut der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) halten sich die Menschen in Deutschland heute im Durchschnitt täglich rund 40 Minuten in ihren Badezimmern auf. Gut vier Minuten länger als noch 2006. Von den insgesamt rund 46,2 Millionen Badezimmern seien 17,7 Millionen seit dem Bezug des Hauses oder der Wohnung noch nicht renoviert worden. Ihr Durchschnittsalter liege bei 19,5 Jahren. Zwei Millionen Bäder seien sogar seit 30 Jahren nicht verändert worden.

Auch Petra Bäumges sagt: „Ein Bad wechselt man nicht so schnell aus.“ Allerdings bemerke sie einen Trend: „Wenn ältere Menschen ein Bad planen, dann in Gedanken meist für etwa 30 Jahre“, sagt Bäumges. „Bei Jüngeren wird das Bad eher wie eine Küche angesehen und nach 15 bis 20 Jahren wieder ausgetauscht.“

Derzeit im Trend liegen große, bodengleiche Duschen, berichtet Petra Bäumges. Auch nach der VDS-Erhebung waren 2017 bereits 17 Prozent der deutschen Bäder mit der barrierefreien Installation ausgestattet. 2011 waren es noch sieben Prozent. Ganz wichtig bei allem im Bad: „Es muss leicht zu putzen sein“, sagt Petra Bäumges.

Von hellen Farben wie Weiß und Beige entwickle sich der Geschmack hin zu Schwarz und Anthrazit. „Das ist gemütlicher“, sagt Petra Bäumges. Fliesen verlege man nicht mehr im gesamten Bad, sondern eher nur rund um Dusche und Badewanne. In ihrem Balneum (lateinisch für Bad) betreut sie die Kunden von der Planung bis zur Ausführung. Allerdings hat das seinen Preis. „Ab 15.000 Euro sollte man schon rechnen“, sagt Petra Bäumges. Sie ist sich sicher: „Gerade junge Menschen, die ein Haus bauen, legen heute Wert auf ein gut geplantes Bad.“

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