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Nettetal: Letzter KKB-Waggon ist verschrottet

Nettetal : Letzter KKB-Waggon ist verschrottet

Die Stadt hat ein kleines Industriedenkmal durch Verschrottung verloren: Der Waggon auf dem Hof der Gemeinschaftsgrundschule an der Buschstraße in Kaldenkirchen ist abgebrochen worden. Der Waggon war vom früheren Schulleiter Jörg Mackenbach vor mehr als zehn Jahren quasi aus der Erbmasse der untergegangenen Kleinbahn Kaldenkirchen-Brüggen (KKB) gerettet worden. Mithilfe zahlreicher Sponsoren und bei einer Übung des Technischen Hilfswerks konnte der Güterwagen auf das Schulgelände gebracht werden, wo für ihn seinerzeit eigens ein Schienenstück verlegt wurde. Der Wagen diente jahrelang als Aufbewahrungsort für Gerät der Bewegungswerkstatt. Dazu waren – auch wieder dank der Spende großzügiger Sponsoren – eine Treppe angelegt und zum Schutz ein Zaun errichtet worden. Er musste verhindern, dass Kinder unter den Wagen krabbeln konnten.

Der Waggon wurde jetzt verschrottet, weil er nach Angaben der Stadt "verrottet" war und eine Verletzungsgefahr für die Kinder darstellte. Interne Überlegungen im Rathaus, den alten Güterwagen als Zeugen der Mobilitäts-, Eisenbahn- und Industriegeschichte umzusetzen, wurden aus Kostengründen nicht weiter verfolgt. Man hatte erwogen, den Wagen in Ordnung zu bringen und dann an den in Bau befindlichen Bahn-Radweg zwischen Kaldenkirchen und Grefrath zu stellen. Es sei nicht möglich gewesen, den Wagen auf dem Schulgelände zu belassen, so die Stadt.

(RP)