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Nettetal: Leidenschaft für Pferdestärken

Nettetal : Leidenschaft für Pferdestärken

In einer alten Schmiede hat Peter Trienes vor rund 40 Jahren seine KfZ-Werkstatt eingerichtet.Heute lebt sein Unternehmen vor allem vom Service.

In einer alten Schmiede hat alles angefangen. In dem Backsteinbau am Felderend hat Peter Trienes vor etwas mehr als 40 Jahren allerdings keine Pferde mehr beschlagen, sondern Gefährte mit ein paar PS mehr unter der Haube flott gemacht. In seiner Werkstatt kam zunächst alles auf die Hebebühne, was vier Räder hatte. "Mit einem Mitarbeiter und einem Auszubildenden habe ich damals in der Werkstatt gearbeitet", erinnert sich der Kfz-Meister.

Seiner Leidenschaft für starke Motoren und Antriebstechniken ist Peter Trienes bis heute treu geblieben. Zwar hat sich sein Arbeitsplatz inzwischen von der Werkstatt mehr ins Büro verlagert, "doch so kleine Spezialitäten mache ich immer noch selbst." Der 70-Jährige ist noch jeden Tag in der Firma, die inzwischen an den Lötscher Weg umgezogen ist. "Wir haben 1980 hier gebaut. Zunächst nur Werkstatt und Büro, später kam der Ausstellungsraum dazu", berichtet Peter Trienes. Er hatte kurz zuvor den Vertrag mit Mazda abgeschlossen, und für deren Sortiment war die alte Schmiede nicht mehr standesgemäß.

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Heute große Glaspaläste

"Heute können wir mit den großen Glaspalästen nicht mehr mithalten, doch damals ist an einem Samstagmorgen eine japanische Delegation hier angereist, um sich unseren Bau anzusehen." Heute ist Peter Trienes vor allem stolz darauf, im Service auf dem neuesten Stand zu sein. Seine Mitarbeiter nehmen regelmäßig an Lehrgängen und Fortbildungsveranstaltungen teil. "Sie müssen mit den aktuellen Fahrzeugtypen, Abgasregelungen und Motoren umgehen können", sagt Peter Trienes. Er staunt zuweilen über die rasante Entwicklung seines Berufsstandes. Aus dem Mechaniker von vor 40 Jahren ist längst ein Mechatroniker geworden. "Wenn ich früher durch optische Prüfung der verschiedenen Komponenten den Fehler finden konnte, brauche ich heute ein Lesegerät, das Codes ausliest und mir sagt, was kaputt ist."

Den kaufmännischen Bereich des Unternehmens hat Peter Trienes weitgehend an seine Tochter Ulrike übergeben. Sie hat vor 14 Jahren ihre Ausbildung zur Bürokauffrau im elterlichen Betrieb gemacht und sich seither in der Männerwelt behauptet. "Mit den passenden Sprüchen geht das schon. Wer hier einen Verkäufer sucht, dem sage ich gleich, dass er bei mir richtig ist", betont die 29-Jährige selbstbewusst. "Einige reden im zweiten Gespräch sogar lieber mit ihr. Sie kann die Informationen besser vermitteln. Da bin ich nicht mehr so kompetent", gibt Peter Trienes zu. Wann er sich aus dem Geschäft zurückzieht und seiner Tochter die Verantwortung ganz überlässt, weiß er noch nicht.

"Wir sind noch in der Überlegungsphase. Die Übergabe kostet Geld und das entzieht der Firma in schwierigen Zeiten zu viel Substanz." Er hat jedoch volles Vertrauen, dass seine Tochter das Unternehmen in seinem Sinne weiterführen wird. "Als sie sieben Jahre alt war, hat sie verkündet, wenn sie mal hier das Sagen hat, dann kommen alle Hebebühnen raus und Pferdeboxen rein. Diese Pläne haben sich im Laufe der Zeit aber zerschlagen."

(RP)