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Nettetal: Lebensraum Nette nachhaltig sichern

Nettetal : Lebensraum Nette nachhaltig sichern

Der Netteverband bemüht sich redlich, die strengen Anforderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen. Dazu gewann er wichtige Kooperationspartner. Der kleine Fluss ist die Lebensader der Region.

Die Nette ist nicht nur Namensgeber der Stadt, sondern auch ihre Lebensader. Ohne sie wären die Seen und Naturgebiete nicht vorhanden, sie hat einst auch für die wirtschaftliche Entwicklung bis hin zur Industrialisierung die entscheidende Rolle gespielt. Der kleine Fluss ist kostbar, daran erinnert auch die Europäische Union. Mit der Wasserrahmenrichtlinie gibt sie in den Staaten den verantwortlichen Umgang mit dem Wasser vor. Der Netteverband hat in den vergangenen Jahren umfangreiche Untersuchungen machen lassen und mit der Umsetzung von Maßnahmen begonnen, die dem nachhaltigen Schutz der Nette dienen.

Vor einigen Tagen wollten Geschäftsführer Volker Dietl, Verbandsvorsteher Christian Wagner und Vertreter von Fach- und Aufsichtsbehörden anhand konkreter Beispiele zeigen, was bereits unternommen wurde. Schnee, Eis und Kälte verhinderten dies. Gegenüber der Rheinischen Post erläuterte Dietl jetzt dennoch, was bereits geschehen ist. Das Arbeitsprogramm hat eine Reichweite bis ins Jahr 2027.

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"Die Frage liegt ja nahe, was packen die an, auf welcher Strecke greifen sie ein?" räumt Dietl ein. Ihm sei wichtig, dass die Bevölkerung sich jederzeit ein Bild machen könne, was entlang der Nette und ihrer Nebenflüsschen und -bäche geschieht. Zur Grundlagenforschung gehörte der Blick zurück. Die Experten haben sich angesehen, wie die Nette vor zweihundert Jahren, als Napoleon das Rheinland politisch umkrempelte, durch ihr Tal floss. Seither hat sich die gesamte Struktur des Flusses tiefgreifend verändert. Der Netteverband hat eine sehr anspruchsvolle Aufgabe zu bewältigen. Denn außer dem Fluss muss er Lösungen für die Seen entwickeln. Naturnaher Ausbau, die Vernetzung natürlicher Grundlagen, Abflussgeschwindigkeit und Beschaffenheit der Gewässer sind komplexe Herausforderungen. Flachseen wie am Lauf der Nette sind besonders schwer zu steuern. "Es handelt sich um ein kompliziertes Wechselspiel zweier Ökosysteme", berichtet Dietl.

"Jede auch nur kleine Veränderung an einer Stelle ruft mitunter ein ganzes Stück weiter entfernt ebenfalls eine Reaktion hervor", erklärt er. Die streckenweise parallel zur Nette fließende Renne nennt er als Beispiel. Der Bach speist das wertvolle und anspruchsvolle System der Sekretis zwischen Leuth und Hinsbeck, Sie darf nicht zu viel und nicht zu wenig Wasser führen, weil dies die einzigartige Struktur des Zusammenspiels von Pflanzen- und Tierwelt gefährden würde.

Viel weniger spektakulär geht es unterhalb der Krickenbecker Seen, auf Grefrather Gebiet zu. Hier erhält die Nette fünf bis zehn Meter breite Uferstreifen, die aus der landwirtschaftlichen Produktion herausgenommen werden. Der Eintrag unerwünschter Stoffe aus der Kanalisation – vor allem aus Mischwasserkanälen, die Schmutz- und Regenwasser aufnehmen und bei starken Regenfällen ungeklärt abschlagen – sowie von landwirtschaftlichen Flächen und selbst der Luft beeinträchtigt die Wasserqualität. Die hohe Nährstoffbelastung wird dadurch verstärkt, dass sich im Sediment gespeicherte Stoffe allmählich lösen.

Der Netteverband ist bemüht, möglichst umfassende Grundlagendaten zu ermitteln, die in eine Datenbank einfließen. Eine Fülle von Projekten, an denen sich beispielsweise auch das Werner-Jaeger-Gymnasium beteiligt, soll dazu beitragen, die strengen Anforderungen zu erfüllen. Dietl ist zuversichtlich, mit den Kooperationspartnern den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. FRAGE DES TAGES

(RP)