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Kreis Viersen: Landrat in Bedrängnis

Kreis Viersen : Landrat in Bedrängnis

Peter Ottmann unterstellt der NRW-Stiftung Steuerhinterziehung. Die weist dies zurück: Der Landrat stütze sich auf falsche Annahmen. Er führe die Öffentlichkeit in die Irre. Jagdpächter Adolphs gerät noch mehr unter Druck.

Im Konflikt um Kreis-Wirtschaftsförderer und Jagdpächter Rolf Adolphs im Naturschutzgebiet Brachter Wald (früheres Depot) gerät Landrat Peter Ottmann selbst in Bedrängnis. Er hatte die NRW-Stiftung gegenüber dem WFG-Aufsichtsrat der Steuerhinterziehung bezichtigt. Nach Darstellung der Stiftung hat der Landrat vertragliche Grundlagen falsch beurteilt und versäumt, die angeblich entgangene Jagdsteuer zu ermitteln.

Der Hungertod von Damwild im vergangenen Winter hat die Affäre ausgelöst. Seither wird WFG-Geschäftsführer Adolphs, der im Naturschutzgebiet von der WFG zwei Jagdreviere gepachtet hat, nicht waidgerechtes Verhalten vorgeworfen. Der Landesjagdverband beantragte beim zuständigen Kreis Viersen, Adolphs den Jagdschein zu entziehen. Landrat Ottmann stellte nach Prüfung fest, Adolphs habe "in keiner Weise gegen die Grundsätze deutscher Waidgerechtigkeit verstoßen". Der Landesjagdverband reagierte darauf mit Empörung und beharrt auf seiner Forderung.

Klare Verstöße festgestellt

Die NRW-Stiftung, der der größte Teil der Flächen im Naturschutzgebiet gehört, wirft in einem Brief, der der RP vorliegt, Ottmann vor, er führe die Öffentlichkeit in die Irre. So habe der Landrat am 28. Mai 2009 gegenüber Jagdpächter Adolphs förmlich angeordnet, klar festgestellte Verstöße gegen Festsetzungen im Naturschutzgebiet (das betraf unter anderem verbotene Fütterungen) zu unterlassen. Fragwürdig erscheint der Stiftung auch, dass die WFG im Vergleich mit Stiftungsflächen von Adolphs etwa nur die Hälfte der Jagdpacht einnehme. Mithin erhalte der Kreis entsprechend weniger Jagdsteuer. Die Stiftung fragt, ob das "ein großzügiges Entgegenkommen" sei. Dass der WFG-Geschäftsführer privat die von der WFG gepachteten Jagdreviere angeblich zu Geschäftszwecken der WFG nutze, müsse in mehrfacher Hinsicht steuerlich geprüft werden. Lieber spekuliere der Landrat gegenüber der NRW-Stiftung in untauglicher Weise über Umsatzsteueraspekte.

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Sie fordert, dass die WFG-Jagdreviere nicht für den Geschäftsbetrieb der WFG genutzt werden. Adolphs spreche dort von einer seit Jahren anhaltenden "Notzeit" für Wild. Dies lässt nach Auffassung der Stiftung auf sein "jagdwirtschaftliches Unvermögen" schließen. Die NRW-Stiftung hat ermittelt, dass sich sechs Wildäcker mit unerlaubter Sauenfütterung im WFG-Revier befinden. An ihnen sei jeweils eine Jagdkanzel platziert, von denen aus widerrechtlich Tiere erlegt würden. Es könne nur von dort gejagt werden. "Wir können uns nicht vorstellen, dass z.B. Geschäftspartner der WFG als Jagdgäste der WFG zu ordnungswidrigem Verhalten veranlasst werden sollten, indem sie Wild direkt an Notfütterungen erlegen sollen", so die Stiftung. FRAGE DES TAGES

mehr dazu unter www-rp-online.de

(RP)