Nettetal: Lambertimarkt könnte grüner werden

Nettetal : Lambertimarkt könnte grüner werden

Vier Breyeller Vereine laden die Bürger ein, mit ihnen geeignete Schritte zu diskutieren, die den Ortskern verbessern.

"Wer in der Zukunft lesen will, muss in der Vergangenheit blättern", sagt der französische Schriftsteller André Malraux. Zum "Blättern" und Zukunft Planen laden der Förderverein alter Kirchturm, Heimatverein Henese Vleck, Verkehrsverein und der Werbering die Breyeller Bürger am Donnerstag, 15. Mai, ab 20 Uhr in die Gaststätte Kreuels ein, um im "Gestern" zu blättern.

Bereits im November hatten Vertreter der genannten Vereine Bürgermeister Christian Wagner einen Antrag überreicht, mit dem Ziel, den Breyeller Ortskern zu verbessern. Erarbeitet hatten die Unterzeichner der Vereine den Antrag auf der Grundlage von Gesprächen mit Vertretern von Parteien sowie etlichen Breyeller Bürgern. Der Ortskern soll grüner werden, der Lambertimarkt ein Ort zum Verweilen sein und so seine Funktion als Veranstaltungsort zurückzugewinnen.

"Um das Morgen zu verstehen, müssen wir erst einmal wissen, wie das Gestern ausgesehen hat", sagt Dr. Reinhard Rankers, Vorsitzender des Fördervereins Alter Kirchturm. "Wir stellen den Breyeller Marktplatz vor, mit all seinen damaligen Gaststätten, den Bäckern und dem, was sich auf ihm früher abspielte", erklärt er. Hier wurde die Kirmes aufgebaut, hier stand ein Altar zu Fronleichnam, und viele andere Veranstaltungen waren hier beheimatet. "Rund um den Marktplatz war Leben", so Rankers.

Dies spielte auch in den Beratungen zum Stadtentwicklungskonzept für Breyell eine zentrale Rolle. Vorrangig eingestuft wurden die Beleuchtung des Turmes, die Begrünung des Platzes und seine Gestaltung zu einem Ort des Verweilens. Im Sinne des Gesamtkonzeptes sollen ergänzende Maßnahmen folgen.

Die Vereine möchten alles schrittweise und kurzfristig verwirklichen. Es sei grundsätzlich kein Abriss mit alternativen Neubauten geplant. "Alle gewünschten Maßnahmen lassen sich harmonisch in die bestehende Bausubstanz einfügen", heißt es im Antrag. Der Lambertimarkt soll grün eingefasst werden, in erster Linie als Abgrenzung zur Lobbericher Straße hin. An der Treppe schlagen die Antragsteller vor, vier große Bäume zu pflanzen und zusätzlich Stauden und Sträucher zu pflanzen. Damit Menschen sich hier aufhalten können, sollen bessere Sitzgelegenheiten installiert werden. Von gestalterischen Elementen, wie beispielsweise einem Wasserspiel, versprechen die Initiatoren sich ebenfalls eine anziehende Wirkung zum Aufenthalt auf dem Platz.

Ein Augenmerk richten die Vereine auch auf das Umfeld des Cafés, das einladender gestaltet und durch eine Lichtinstallation ergänzt werden sollte. Damit der Lambertimarkt als Veranstaltungsort dienen kann, soll das Nutzungskonzept des Fördervereins Alter Kirchturm erweitert werden.

Im Antrag ist auch die Forderung enthalten, den Fußgängerbereich zu sanieren. "Eine Umgestaltung der Fußgängerzone wird als nicht sinnvoll angesehen und ausdrücklich nicht erwünscht", heißt es im Antrag. Zur Finanzierung schlagen die Unterzeichner vor, die im Haushalt der Stadt Nettetal zurückgestellten Mittel in Höhe von 30 000 Euro für Planungen in der Josefstraße im Sinne der vorgeschlagenen Maßnahmen zu verwenden.

(RP)