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Nettetal: Kunstrasen macht im Winter viel Arbeit

Nettetal : Kunstrasen macht im Winter viel Arbeit

Damit die vielfach neu angelegten Plätze lange halten, ist eine aufwendige Pflege nötig. Dabei ist Handarbeit gefragt.

Den Elfmeterpunkt auf dem Kunstrasenplatz musste SC Union Nettetal bereits austauschen. Da reicht es nicht, einen weißen Klecks auf den Boden zu malen. Ein Elfmeterpunkt auf Kunstrasen kostet etwa 1100 Euro. "Ob wir besonders viele Strafstöße für oder gegen uns bekommen, weiß ich nicht", sagt Vorsitzender Christian Stein lachend. Platzwart Roland Reichen weiß: "Der Verschleiß ist einfach dem Trainingsbetrieb geschuldet."

Auf vielen Sportplätzen wurden jüngst Kunstrasenplätze angelegt. Der SC Union Nettetal hat bereits seit 2005 einen Kunstrasen. Er wird aufgrund der vielen Mannschaften von Union sehr stark beansprucht. Mit den zuletzt angelegten Plätzen sei er schon nicht mehr vergleichbar. "Die technische Entwicklung ist enorm", erklärt Stein. Die neue Generation Kunstrasen komme Naturrasen immer näher. Viele Vereine hätten sich in Breyell über die Pflege des Kunstrasens informiert. Damit der Platz lange hält, ist auch im Winter eine aufwendig Pflege nötig.

Roland Reichen macht den Job als Platzwart seit 2004. Im Herbst, wenn die Blätter fallen, ist er hauptsächlich damit beschäftigt, das Laub möglichst schnell vom künstlichen Grün zu holen — in mühevoller Handarbeit. "Maschinell geht das nicht, ich muss die Blätter mit einem Rechen zusammenkehren", erklärt Reichen. Er kann nicht mit einem Laubsauger oder Gebläse arbeiten, weil er sonst das Granulat aufsaugen oder wegblasen würde. So verbringt Reichen im Herbst viele Tage damit, Blätter zu sammeln. Das sei bei jedem Wetter unabdingbar, ob es regnet oder starker Wind weht. Nötig sei die Arbeit, weil die Blätter auf dem Rasen nicht verrotten dürften. "Es wäre verheerend für den Rasen, Humus würde sich bilden und dann Moos, das den Kunstrasen auf Dauer schädigen würde", erklärt Reichen. Damit nicht zu viele Blätter auf den Rasen fallen, hat der Verein Bäume und Sträucher dieses Jahr stark zurückgeschnitten. "Das macht zusätzlich ein schöneres und gepflegteres Bild", sagt Stein.

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Aber nicht nur mit Blättern ist Reichen in der kälteren Jahreszeit beschäftigt. Der starke Wind im Herbst verschafft ihm zusätzliche Arbeit, denn das Kunststoffgranulat auf der Oberfläche wird vom Wind erfasst. "Vor allem dort in der Ecke sammelt sich immer viel", sagt Reichen und deutet auf eine Ecke des Platzes. Durch die Autobahn und die Tribünen an den Seiten hätte sich ein trichterförmiger Kessel gebildet, in dem es für den Wind nur einen Weg gibt. Reichen muss deshalb immer wieder mit einem kleinen Traktor und einem Dreiecksrechen den Platz abziehen. Das Granulat schiebt er so zurück.

Die Arbeit könne er nur machen, wenn der Platz trocken genug ist, denn Kunstrasenplätze seien keineswegs allwettertauglich. Bei Schnee werde der Platz gesperrt. Würde auf dem Platz gespielt, könnte der Schnee mit dem Granulat vereisen und die Auflage im schlimmsten Fall verkleben. Schnee sollte nicht einfach abgeschoben werden. "Das haben wir einmal gemacht. Als der Schnee weggeräumt war, hatte ich das Granulat als Haufen an der Seite liegen", sagt Reichen.

(RP)