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Nettetal: Kunden bringen Geschenke

Nettetal : Kunden bringen Geschenke

Nach den Weihnachtstagen hat wieder ein Ansturm auf die Geschäfte in Nettetal begonnen. Diesmal bringen die Kunden bereits Waren mit – um sie umzutauschen oder sich einen Gutschein ausstellen zu lassen.

Nach den Weihnachtstagen hat wieder ein Ansturm auf die Geschäfte in Nettetal begonnen. Diesmal bringen die Kunden bereits Waren mit — um sie umzutauschen oder sich einen Gutschein ausstellen zu lassen.

Für heute rechnen die Angestellten mit noch mehr Menschen.

Die Vase gefällt der jungen Dame zwar gut, allerdings fehlen für ihre erste eigenen Wohnung, die sie im Februar bezieht, noch Gläser. "Oma hat es gut gemeint", sagt sie, "aber ich kann schlecht aus einer Vase trinken." Original verpackt und mit dazugehörigem Kassenbon steht sie einen Tag nach dem Weihnachtsfest in der Geschenk-Boutique des Lobbericher Möbelhauses Busch.

Und sie ist nicht allein: Bärbel Pohl an der Kasse hat alle Hände voll zu tun. "Schon heute Morgen kamen die Ersten und haben Geschenke umgetauscht oder Gutscheine eingelöst", sagt sie. Pünktlich nach Weihnachten gehen in den Geschäften die Umtauschaktionen wieder los.

Falsche Geschenke

Hunderte Menschen möchten falsche Geschenke in den Geschäften umtauschen. Der knallrote Pullover kollidiert mit der gerade eingeläuteten "schwarzen Phase" des Beschenkten, und somit trifft das Präsent nicht ins Schwarze, und der Beschenkte spielt mit dem Gedanken, das Geschenk gegen Auszahlung des Kaufpreises oder einen Gutschein umzutauschen. Oder Mann oder Frau findet einfach einen farblich passenden Pullover.

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Auch in der kürzlich eröffneten Ludbach-Passage ist schon am Dienstagmorgen einiges los. Im "Depot" ist es zwar noch verhältnismäßig ruhig, doch Filialleiterin Simone Reinhard befürchtet das Schlimmste: "Es ist noch einen Tag zu früh, warten Sie mal morgen ab." Gegenüber im Bekleidungs-Geschäft ist es am Morgen auch noch ruhig. Es wird noch gesaugt, und die Verkäuferinnen bereiten sich allmählich auf den Umtausch-Ansturm vor. "Schweißperlen haben wir noch nicht auf der Stirn stehen", sagen sie. Dennoch pilgern frisch beschenkte Frauen wie Männer in die Läden, in denen ihre Lieben ihr Geschenk gekauft haben. Der häufigste Grund für einen Umtausch ist ein zu großes oder kleines Kleidungsstück oder ein doppelt erhaltener Gegenstand.

Stefanie Schümmers kommt mit einem zitronengelben Tischläufer. "Den hat mir meine Schwägerin geschenkt, schon wieder das falsche Geschenk", stöhnt sie und strebt graue Kissenhüllen im Regal an, vergleicht den dort angehängten Preis mit dem des Tischläufers und geht zur Kasse. "Das hat noch einmal gut geklappt", sagt sie lachend und ist so am Ende doch noch glücklich über das Geschenk der Schwägerin.

Im Schuhladen setzt der 15-jährige Niels das von den Eltern erhaltende Weihnachtsgeschenk sofort in ein Paar braune, halbhohe Stiefel um. "Das Geld konnte ich gut gebrauchen, auch wenn kein Schnee liegt, aber kalte Füße hatte ich auch so", sagt der Teenager. Und im Lebensmittel auf der anderen Seite kommen die Menschen mit Tragetüten bepackt aus dem Geschäft. "Unser Kühlschrank ist leer", so der Mittvierziger achselzuckend mit einem scheuen Blick auf seine voll bepackte Einkaufstüte.

(ivb)