Sanierung des Freibads Niederkrüchten Kritik aus der FDP am Bürgerentscheid

Niederkrüchten · Das Ergebnis des Bürgerentscheids zur Freibadsanierung decke die Probleme direkter Demokratie auf, sagt Lars Gumbel, Chef der Ratsfraktion der Liberalen. Grüne widersprechen heftig.

 Der Bürgerentscheid war im August für eine Sanierung des Freibads ausgefallen.

Der Bürgerentscheid war im August für eine Sanierung des Freibads ausgefallen.

Foto: Knappe, Jörg (jkn)

So recht verdaut, dass der Bürgerentscheid im August ein Votum für eine Sanierung des maroden Freibads ergab, hat Lars Gumbel offenbar noch nicht. „Ja, es entspricht unseren demokratischen Regeln, Bürgerentscheide durchzuführen und deren Ergebnisse zu respektieren, aber ob in dies in jedem Fall und immer anwendbar und sinnvoll ist, halte ich persönlich für fraglich“, erklärte der FDP-Fraktionsvorsitzende in der jüngsten Ratssitzung.

Aus seiner Sicht problematisch im Fall Freibad Niederküchten: Dabei sei ein „komplexes Problem,  mit dem sich Politik und Verwaltung über Jahre kritisch und differenziert auseinandergesetzt haben, auf eine Ja-oder-Nein-Entscheidung heruntergebrochen und auf die teilweise uninformierte Bürgerschaft übertragen“ worden, sagte Gumbel. Das ganze Ausmaß des Problems sei weder von der Fragestellung beim Entscheid noch von der Antwortmöglichkeit abgedeckt worden. „Anhand der geringen Beteiligung lässt sich ablesen, dass ein Großteil der Bürgerinnen und Bürger entweder überfordert oder schlichtweg desinteressiert war, beziehungsweise gar nicht entscheiden wollte“, so Gumbel.

 Lars Gumbel übte Kritik am Bürgerentscheid.

Lars Gumbel übte Kritik am Bürgerentscheid.

Foto: Holger Hintzen

Am Entscheid im August hatten sich 4909 von 12.565 Stimmberechtigren beteiligt. 3125 hatte für die Sanierung votiert. Die Entscheidung einer Minderheit der Bürger  ziehe Millionen-Kosten nach sich, für die letztlich alle zahlen müssten.

Die Grünen wiesen die Kritik als „lächerlich“ zurück. Mit der Unterstellung, die Bürger hätten nicht gewusst, was sie tun, könne man jede Wahl für absurd erklären.

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