Nettetal "Kreisdirektor Coenen will provozieren"

Nettetal · Der Streit ums Personal im künftigen Nettetaler Jugendamt zieht immer weitere Kreise. Der Kreis Viersen und die Stadt streiten in der Öffentlichkeit über die Übernahme von Mitarbeitern des Kreisjugendamtes.

Nun meldete sich der Personalrat der Stadt Nettetal zu Wort und griff Kreisdirektor Dr. Andreas Coenen scharf an. "Die nach den Äußerungen des Kreisdirektors vorliegenden Irritationen bei den Mitarbeitern der Kreisverwaltung sind verständlich — sie wären aber auch vermeidbar gewesen", sagte Roland Peter Brüster-Schmitz, Vorsitzender des Personalrates der Stadt. "Im Übrigen scheint es so, als wolle der Kreisdirektor durch seine Äußerungen im laufenden Verfahren provozieren."

Coenen hatte erklärt, die Stadt Nettetal mache eine Rolle rückwärts, nachdem diese verkündet hatte, zwölf Mitarbeiter aus dem Kreis zu übernehmen, sofern sie sich in Fachgesprächen als geeignet erwiesen. Dabei sei dies zwischen Coenen und Bürgermeister Chrstian Wagner abgesprochen gewesen.

"Ich verstehe nicht, wie die Stadt so mit künftigen Mitarbeitern umgehen kann", hatte der Kreisdirektor erklärt. Nun schießt der Nettetaler Personalrat zurück: "Die Äußerungen des Kreisdirektors stellen den Versuch dar, nicht nur Einfluss auf das Verfahren, sondern auch auf die Auswahlkommission zu nehmen." Dies müsse entschieden zurückgewiesen werden.

Der Kreis nehme öffentlich Einfluss auf ein laufendes Bewerbungsverfahren, versuche damit den Handlungsspielraum der Stadt einzugrenzen und verunsichere damit die eigenen Mitarbeiter erheblich. "Die Gründe dafür wird wohl nur Dr. Coenen kennen", schimpfte Brüster-Schmitz.

(RP/rl)
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