1. NRW
  2. Städte
  3. Nettetal

Nettetal: Kreis warnt vor Gift im Wasser

Nettetal : Kreis warnt vor Gift im Wasser

Im Raum Schaag, Happelter und Kindt ist das Grundwasser durch eine frühere Tierkörper-Verwertung verseucht. Der Kreis hat den Grundstückseigentümer aufgefordert, weitere Untersuchungen vorzunehmen.

Der Kreis Viersen warnt davor, im Raum Happelter, Schaag und Kindt Brunnenwasser zu benutzen. Es gibt eine großflächige Verunreinigung des Grundwassers im Happelter mit leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen (LCKW). Die öffentliche Trinkwasserversorgung sei nicht betroffen, unterstreicht der Kreis.

Dem Kreis war seit geraumer Zeit bekannt, dass es Verunreinigungen durch Lösungs- bzw. Reinigungsmittel im Erdreich und Grundwasser gibt. Wegen ihrer Reaktionsträgheit seien im Untergrund kaum Abbaumechanismen wirksam. Dadurch können LCKW auch Jahrzehnte nach ihrer Verwendung noch nachgewiesen werden.

Betriebsgrundstück ermittelt

Der Verdacht fiel nach entsprechenden Untersuchungen auf ein Betriebsgrundstück im Happelter. Mittels hydrochemischer Isotopen-Untersuchungen von Wasserproben konnte ein Zusammenhang der Verunreinigungen mit dem Wasser aus dem Betriebsbrunnen auf dem gewerblich genutzten Grundstück hergestellt werden. Bis 1982 wurden dort in großem Maßstab Lösungsmittel zum Entfetten von tierischen Überresten eingesetzt.

  • In den mobilen Impfstellen gibt es
    Corona in Rhein-Berg : Kreis verimpft Personen ab 30 Jahren Moderna
  • Die Situation auf den Intensivstationen im
    Corona-Situation im Rheinisch-Bergischen Kreis : Intensivregister meldet: keine freien Intensivbetten im Kreis
  • Das Archivbild aus dem Jahr 2007
    Freizeit und Tourismus in Nettetal : Wird das Strandbad bald wiederbelebt?

Das Grundwasser ist auf dem Betriebsgelände mit ca. 5500 Mykrogramm LCKW pro Liter belastet. Für Trinkwasser liegt die gesetzlich zulässige Grenze bei 10 Mykrogramm. Experten fanden auch im Boden des Betriebsgrundstücks beträchtliche Schadstoffmengen.

Der Kreis hat den Eigentümer aufgefordert, auf seinem Grundstück Nachforschungen anzustellen und Analysen vorzunehmen. Inzwischen wurden einvernehmlich weitere Schritte vereinbart. Die Kosten hierfür trägt laut Kreis der Grundstückseigentümer.

Die Untersuchung stehe erst am Anfang, teilte der Kreis am Freitag mit. Es sei davon auszugehen, dass belastetes Grundwasser in Richtung Kindt/Schaag fließt. Brunnenwasser dort kann belastet sein.

Es sollte nicht im Spielbereich von Kindern, zum Befüllen von Plansch- und Schwimmbecken sowie für Gartenduschen genutzt werden. Auch sollte man damit kein Obst oder Gemüse waschen. Bei sensiblen Personen kann es zu Reizungen auf der Haut oder der Schleimhäute kommen.

Der Schaden im Grundwasser hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass die Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke GmbH ihre Pläne aufgegeben hat, einen Mineralwasserbrunnen in Nettetal aufzubauen.

Bei den Untersuchungen auf einer Linie von Breyell, wo die Fabrik errichtet werden sollte, über Berg bis zum Mühlenbach in Schaag waren Schadstoffe im obersten Grundwasserstockwerk festgestellt worden. Daraufhin brach die MEG ihr Vorhaben ab. Dem Kreis waren seit längerem Belastungen durch LCKW bekannt und hatte dies im Verfahren auch mitgeteilt.

Bürgermeister Christian Wagner berichtete gestern, er sei grob über die Untersuchungen des Kreises informiert. Er werde kommende Woche um nähere Auskunft bitten.

(RP)