1. NRW
  2. Städte
  3. Nettetal

Kreis Viersen: Krefelds Müll-Preis war Viersen zu hoch

Kreis Viersen : Krefelds Müll-Preis war Viersen zu hoch

Der Kreis lässt Restmüll und Sperrmüll ab 2015 durch Remondis in Köln und Schönmackers in Solingen verbrennen. Im Sommer waren Verhandlungen über eine interkommunale Zusammenarbeit für die MVA in Krefeld gescheitert.

Die Bürger im Kreis Viersen werden ab dem 1. Januar 2015 bei den Müllgebühren entlastet. Der Kreis hat über eine Ausschreibung der Entsorgung von Restmüll aus der grauen Tonne und Sperrmüll einen kräftigen Preisvorteil erzielt. Pro Tonne Abfall muss er künftig statt rund 170 nur noch knapp 70 Euro zahlen. Den Zuschlag erhielten Remondis (Köln) und der Kempener Entsorger Schönmackers. Die angestrebte interkommunale Zusammenarbeit mit Krefeld, Neuss und Mönchengladbach war zuvor gescheitert.

"Wir sind damit am Ende eines langen Prozesses angelangt. Das Ergebnis mögen andere bedauern. Ich finde es richtig", erklärte gestern Landrat Peter Ottmann. Krefeld habe aus Sicht des Kreises wichtige Zahlen nicht offenlegen wollen. "Das ist das gute Recht dort, aber es entsprach nicht den hohen Maßstäben, die wir anlegen. Für uns drängte die Zeit, da der Vertrag zum 31. Dezember 2014 endet. Also nahmen wir den Weg, der üblich ist", erklärte der Landrat. Der Technische Dezernent Andreas Budde wies darauf hin, dass die interkommunale Zusammenarbeit zu einem womöglich höheren Preis "schwer erklärbar" geworden wäre. "Wir müssen ein Verhandlungsergebnis erzielen, das wir der Politik plausibel erklären können. Die wiederum muss für ihre Entscheidung gegenüber den Gebührenzahlern, also rund 300 000 Bürgern im Kreis Viersen, geradestehen", unterstrich Ottmann.

  • Fotos : Diesen Weg nimmt unser Hausmüll
  • Fotos : Krefeld: So wird unser Müll kompostiert
  • Serie: Wohin geht unser Müll? : 100-Millionen-Kessel in Betrieb

Der Kreistag stoppte im Sommer schließlich die Verhandlungen und gab die Ausschreibung in Auftrag. 29 Unternehmen interessierten sich für den Auftrag, acht gaben Angebote ab. Den Zuschlag erhielten Remondis und Schönmackers. Die Kölner verbrennen den Restmüll in ihrer Anlage, Schönmackers bringt ihn vom zentralen Sammelpunkt auf der Deponie Süchteln zur Verbrennung nach Solingen. Die Verträge haben eine Laufzeit von neun plus einem Jahr.

Das ist zwar jeweils weiter entfernt als Krefeld, aber dennoch deutlich günstiger — obwohl pro Mehr-Kilometer ein Malus von 7,5 Cent je Kilometer zu Buche schlägt. Der Kreis habe "natürlich auch den Umweltgedanken" berücksichtigt, versicherte Budde. "Die für den Bürger bereitgestellte Leistung ist in allen Belangen gleich geblieben, nur der Preis für die Verbrennung einer Tonne Restabfall ist beträchtlich geringer." Dem vorgeschriebenen Näheprinzip werde eine Verbrennung in 60 km Entfernung gerecht.

Wie sich die Entlastung auf die Gebühren in den einzelnen Städten und Gemeinden auswirken wird, bleibt abzuwarten. Sie alle haben eigene Gebührengrundlagen für das Einsammeln. Die zentrale Entsorgung durch den Kreis ist daher nur ein Teil der Gesamtgebühr. Der Abfallbetrieb hatte in den vergangenen Jahren vergeblich versucht, einen kreisweiten Harmonisierungsprozess einzuleiten.

Das Vergabeverfahren war im Abfallbetrieb unter der Federführung des Betriebsleiters Reinhard Wernitz vorbereitet worden. Am 11. April wurden die Verträge unterschrieben, Beschwerden bei der Vergabekammer blieben aus. Der neue Vertrag beginnt zum 1. Januar 2015. Dann endet der 2001 geschlossene Vertrag mit der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN), der die Verbrennung von Restmüll aus dem Kreis Viersen in der Verbrennungsanlage Krefeld zum Inhalt hatte.

FRAGE DES TAGES

(RP)