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Nettetal: Krankenhaus informierte Zuckerkranke

Nettetal : Krankenhaus informierte Zuckerkranke

Der erste Diabetes-Tag in Lobberich wurde sehr gut angenommen. Betroffene erhielten wertvolle Tipps.

Hildegard Gerhards ist aus Brüggen gekommen, um sich Informationen rund ums Thema Diabetes zu holen. Das Städtische Krankenhaus Nettetal hatte erstmals zu einem Informationstag zu diesem Thema eingeladen.

Seit Jahren muss die Rentnerin täglich Tabletten gegen ihren erhöhten Blutzuckerspielegel nehmen. Jetzt schmerzen ihr seit einigen Tagen die Füße, sie jucken, brennen und weisen Risse auf. "Hängt das mit dem Diabetes zusammen?", will sie wissen. Regina Feger, Podologin aus Viersen, rät ihr zum Besuch eines Experten. Eine der häufigen Folgeerkrankungen von Diabetes ist das sogenannte Fußsyndrom — in der Umgangssprache auch "diabetischer Fuß" genannt. "Und über ihn sollte jeder Diabetiker Bescheid wissen", rät die Podologin.

Die Hautnerven weisen Störungen auf, in der Folge bildet die Haut weniger Fett und Feuchtigkeit, sie trocknet aus. "Dadurch beginnt sie zu jucken, eine Schuppung tritt auf. Bakterien und Pilze können sich einnisten, es bilden sich Entzündungen und Geschwüre, meist an den Sohlen, die sich bis auf die Knochen ausdehnen können", erklärt die Podologin.

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Vorbeugende Maßnahmen sind erforderlich, "dafür sind wir da", so Regina Feger, die mit ihrer Nettetaler Kollegin Theresa Langhorst die Probleme und Fragen der Besucher beim Diabetiker-Tag Rede und Antwort steht.

Einen Stand weiter steht Heinz Bonte aus Nettetal bei Orthopädieschuhmacher Jörg Leisten aus Krefeld am Informations-Stand. Er hat bereits eigens für ihn angefertigte Diabetikerschuhe, "die stehen aber im Schrank", sagt er und schildert dem Krefelder Jörg Leisten sein Problem. "Es sind die Strümpfe", schildert der Nettetaler. Die würden sich in seinen Schuhen während des Gehens aufrollen, sodass er sie ständig wieder neu anziehen müsse.

"Die Schuhe ziehen mir förmlich die Strümpfe aus", macht er deutlich. Ein Umstand, den er nicht dulden kann. "Ich muss Diabetikerstrümpfe tragen, die am Bund nicht so stramm sitzen, aber aufgrund der extremen Sohlenversteifung der Diabetikerschuhe rollt mein Fuß nicht richtig ab". Besuche bei seinem Orthopädieschuhmacher seien bislang erfolglos geblieben. "Er kann mir nicht weiterhelfen", sagt der Nettetaler enttäuscht. Jetzt will er die Fuß-Sprechstunde im Städtischen Krankenhaus besuchen und dort einmal mit seinen Schuhen vorstellig werden.

Sibylle Fonger lässt sich derweil bei Lucia Vohl, der Diätassistentin am Nettetaler Krankenhaus beraten. Sie ist etwas übergewichtig und sei diabetesgefährdet, wie sie sagt. "Ich möchte abnehmen und mich informieren", sagt sie und erhält von der Diätassistentin Lucie Viohl Ratschläge, wie man Mahlzeiten abwechslungsreich und dennoch kalorienreduziert gestalten kann — "und das ohne zu hungern", sagt sie nach 20 Minuten Beratung.

Am Ende des Tages waren die Besucher nicht nur von den Vorträgen rund um Diabetes, sondern auch von den vielen informativen Gesprächen begeistert. "Mein Arzt hat nie so viel Zeit, aber jetzt sind alle meine Fragen beantwortet", sagt Gerhard Bonzelt, der trotz des sonnigen Herbsttages, den Informationstag im Städtischen Krankenhaus Nettettal besucht hat.

(ivb)