Nettetal: Kommissar schreibt über Mordserie

Nettetal: Kommissar schreibt über Mordserie

Der frühere Polizist Johannes Hahnefeld stellt heute seinen Krimi vor

Spannender kann kein Krimi sein: "Diese merkwürdigen Todesfälle gab es tatsächlich, und gerade hier im Raum Nettetal war ein Großaufgebot der Polizei im Einsatz", erinnert sich Johannes Hahnefeld (62). Was damals vor mehr als 30 Jahren passierte, hat der Hinsbecker Autor rekonstruiert und zu einem Kriminalroman verarbeitet. Das Besondere daran: Hahnefeld war Kriminalhauptkommissar, schildert als Insider die Story dokumentarisch und authentisch. Heute liest er um 17 Uhr aus seinem Krimi in der Stadtbücherei bei der "Lesebühne zur blauen Stunde".

"Ich war damals ein junger Polizist, als man auf sieben Todesfälle im Rheinland stieß und auch hier in der Gegend die Kollegen mit Leichenspürhunden unterwegs waren", schildert der 62-Jährige. "Seitdem ließ mich der Fall nicht mehr los." Im Laufe der Jahre hat Johannes Hahnefeld alles dazu notiert, Unterlagen dokumentiert. Aus seinen Recherchen, gepaart mit der "großen Lust am Schreiben", entstand im Herbst 2016 der Kriminalroman "Das stählerne Band". In dem Buch, das einen spektakulären Fall rheinischer Kriminalgeschichte schildert, steckt auch viel von Hahnefeld selbst: "Ich war ja Opferschutzbeauftragter der Polizei im Kreis Viersen, hatte viel mit Notfallseelsorgern zu tun. Von daher weiß ich, wie behutsam und sensibel man mit Menschen im Umfeld einer Tat umgehen muss", sagt der ehemalige Polizist, seit diesem Jahr im Ruhestand.

Entsprechend vorsichtig befragte er Zeitzeugen, machte sich frei von "persönlicher Betroffenheit"und verarbeitete die harten Fakten zu einem Roman: "Es sollen keine Rückschlüsse möglich sein auf beteiligte Personen und tatsächliche Vorgänge." Ein Kollege aus dem Polizeidienst allerdings, der damals mit dem Fall befasst war, sagt Hahnefeld mit einem Schmunzeln, habe sich "trotzdem im Buch wiedererkannt".

Info "Lesebühne zur blauen Stunde" in der Stadtbücherei in Breyell, Lobbericher Straße 1, beginnt am heutigen Donnerstag, 27. April, um 17 Uhr. Der Eintritt kostet zwei Euro. Im Herbst wird die Veranstaltungsreihe zur "Blauen Stunde" fortgesetzt.

(jobu)