Nettetal: Kommentar: Ergebnis steht doch schon fest

Nettetal: Kommentar: Ergebnis steht doch schon fest

Wie tragfähig der Beschluss des Rates sein wird, ist nicht abzusehen. Darauf aber kommt es an. Es macht jedenfalls wenig Sinn, einen Prüfauftrag zur Schulorganisation zu vergeben, dessen Ergebnis schon feststeht. Dass sich Verwaltung, CDU und FDP sträuben, die ihnen auch nur vom Hörensagen bekannte Sekundarschule auszuklammern, ist dann verständlich. Ein Plan B für den unerhörten Fall, dass der Prüfauftrag nicht das erwünschte Ergebnis bringt, ist allerdings nicht vorhanden. Das Versäumnis wird dann unausweichlich auf den Rücken von Schülern, Lehrern und Eltern ausgetragen. Es ist ein Widerspruch in sich, die Sekundarschule mit bruchstückhaftem und theoretischem Halbwissen und aus einer vom Bauch gesteuerten Gefühlslage heraus auszuschließen, aber das jetzt beschlossene Verfahren von externen Fachberatern begleiten zu lassen.

Unangenehm stößt übrigens auf, dass der Bürgermeister die im Ältestenrat vereinbarte rein politische Debatte sprengte und jede missliebige politische Äußerung ausgiebig sezierte, bewertete, kommentierte und (natürlich) verwarf. Das ist keine Debattenkultur und hat mit demokratischer Willensbildung nichts zu tun. Das ist schlicht der manipulative Versuch, die von den Bürgern in den Rat gewählten Vertreter politisch zu entmündigen. Das gelingt nur deswegen, weil das Selbstwertgefühl des Gremiums mittlerweile erschreckend gering ist. Vielleicht wollen viele gar nicht mehr. Sie sind müde und säßen lieber zu Hause auf dem Sofa.

(RP)