Konzert in Nettetal: Kommen 16 Saxofonisten nach Kaldenkirchen

Konzert in Nettetal : Kommen 16 Saxofonisten nach Kaldenkirchen

Warum kommt ein sinfonisches Saxophon-Orchester von Tübingen nach Kaldenkirchen? Ganz einfach: weil sich die geographische Lage anbietet, auf der Anfahrt zu einer England-Tournee hier einen Zwischenhalt einzulegen.

Vor allem allerdings: weil das Tübinger Saxophon-Ensemble schon einmal in Nettetal war und sich sowohl Gäste wie Gastgeber gern an den Besuch erinnern.

Das Mittelschiff der St.-Clemens-Kirche war voll, und auch die Seitenschiffe wurden genutzt. Der Klang der von Harry D. Bath geleiteten 16 Saxophone – gestaffelt von Sopran- bis Bass-Saxophon – war nicht nur voluminös, er war auch sehr ausgewogen. Und bei aller möglichen Kraftentfaltung war doch eine große klangliche Beweglichkeit festzustellen. In Mozarts Ouvertüre zur Oper „Die Zauberflöte“ beeindruckte nicht nur der getragen feierliche Klang der Eingangsakkorde. Auch die schnellen Läufe gelangen schlackenlos. Und das galt auch für die anderen Bearbeitungen, beispielsweise für die Suite „Aus Holbergs Zeiten“, die Grieg zuerst für Klavier komponierte und später für Streichorchester bearbeitete.

Die Furcht, ein Saxophon-Orchester würde einen Sologeiger hoffnungslos übertönen, erwies sich als unbegründet. In Beethovens Violinromanze F-Dur war der Solist tadellos zu hören. Dass sein Vortrag unter typischen Aufregungssymptomen litt (Probleme mit der Intonation und einer ruhigen Bogenführung), lässt sich mit seinem noch jungen Alter von 14 Jahren erklären.

Aufgelockert wurde das begeistert aufgenommene Konzert durch eine humorvolle Moderation.

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