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Kreis Viersen: Kohnen fordert Schummer heraus

Kreis Viersen : Kohnen fordert Schummer heraus

Der Hinsbecker Rechtsanwalt Dominic Kohnen will in den Bundestag. Er wird beim CDU-Kreisparteitag am 23. Februar gegen Uwe Schummer antreten. Die Bewerbung Kohnens hat der Vorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU im Kreis Viersen (MIT) am Freitag dem CDU-Kreisvorstand übermittelt. Im September hatte sich die Kreiskonferenz in einer Tendenzabfrage für Schummer ausgesprochen.

Kohnen bestätigte seine Kandidatur. Beruflich sei er mit seiner Kanzlei in Hinsbeck und einem Büro in Berlin so gefestigt, dass er diesen Schritt gehen könne. Er wolle Wirtschaftspolitik für den Kreis Viersen in Berlin machen. Dies sei vor dem Hintergrund der Euro-Krise und der EU-Politik sowie Folgewirkungen demografischer Veränderungen sehr wichtig. "Der Kreis Viersen ist mittelständisch geprägt. Ich bin kein Kandidat aus Unzufriedenheit, sondern biete mich als sinnvolle Alternative an", sagte Kohnen. Die Kandidatur habe MIT-Kreisvorsitzender Thomas Timmermanns organisiert und ihm angetragen.

Der Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer äußerte sich sehr überrascht. Es habe kein Anzeichen für einen Gegenkandidaten gegeben. Ihn habe auch niemand eingeladen, um solche Themen anzusprechen. Dass der Mittelstand sich nicht ausreichend repräsentiert fühle, könne er nicht nachvollziehen: "In der Unionsgruppe sind 130 Mittelstandspolitiker und 89 aus dem Arbeitnehmerbereich." Schummer ist Mitglied der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft. Er unterstrich, dass er grundsätzlich für alle Bürger in Berlin arbeite und häufig Unternehmer unterstützt habe.

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"Wir haben ein Mitgliedersystem. Jedes Mitglied hat nun die Gelegenheit, beim Kreisparteitag sein Kreuzchen zu machen", sagte CDU-Kreisvorsitzender Marcus Optendrenk. Er habe erst durch das Schreiben des MIT-Vorsitzenden Thomas Timmermanns von der Kandidatur Kohnens erfahren. Der Kreisvorstand wird am 28. Januar den Parteitag organisatorisch vorbereiten. Er könne, müsse aber keine Empfehlung abgeben. "Wir gehen mit dem am 23. Februar gewählten Kandidaten ohne Umschweife sofort in den Wahlkampf", so Optendrenk.

"Dominic Kohnen ist für uns der bessere Kandidat als ein guter Kandidat Uwe Schummer", sagte Thomas Timmermanns. Der CDU-Mittelstand sei nicht unzufrieden mit Schummers Leistung, "da gibt es keinen Vorwurf". Die MIT lege vielmehr großen Wert darauf, insgesamt in der Unions-Fraktion im Bundestag stärker repräsentiert zu sein. "Ich denke, dass mehr Menschen mit Verantwortung für Unternehmen im Parlament mitarbeiten sollten", sagte Timmermanns. Kohnen verfüge über ein Themenspektrum und Netzwerk, das diesen Anforderungen entspreche. FRAGE DES TAGES

(RP/ac)