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Nettetal: Knips doch mal die Maus

Nettetal : Knips doch mal die Maus

Der Naturschutzbund will für den Kreis Viersen ein Säugetierkataster anlegen. Alle, die Freude an der Natur und Spaß an der Fotografie haben, sind aufgerufen, mitzuhelfen und mit der Linse auf die Jagd zu gehen.

Wo Fuchs und Iltis, Maus und Marder leben, will der Naturschutzbund im Kreis Viersen jetzt herausfinden. Er will ein Säugetierkataster anlegen, in dem genau verzeichnet ist, welche Säugetiere wo im Kreis Viersen gesichtet wurden. Markus Heines, der auch Mitarbeiter der Biologischen Station Krickenbecker Seen ist, hat sich diese Aufgabe gestellt. Doch damit das Kataster auch aussagekräftig wird, bittet Heines nun um Mithilfe aus der Bevölkerung.

Vor einigen Wochen erhielt der Naturschützer ein Foto aus dem Dülkener Ortsteil Hausen: Eine Naturfreundin hatte in ihrem Badezimmer eine braune Langohr-Fledermaus fotografiert. "Dass diese Fledermausart auch in Hausen vorkommt, war bislang nicht bekannt", berichtet Heines.

Neben den Bildern wertet er auch das Gewölle aus, das Eulen auswürgen. Gewölle besteht aus dem Fell und den Knochen der Beutetiere der Eule. Dem Naturschützer liefert es wertvolle Erkenntnisse über den Bestand und das Siedlungsgebiet von Feld- und Hausmäusen. "Bislang sind hier 14 Maus-Arten bekannt", berichtet Heines. "Darunter sind seltene Arten, die bisher hier nicht vermutet – und entsprechend auch nicht dokumentiert – wurden." Erster Erfolg der Aktion: Fünf Spitzmaus-Arten hat Heines schon nachweisen können.

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Zahlreiche Säugetiergattungen sind im Gebiet des Kreises Viersen zu finden, erzählt Naturschützer Markus Heines. Zur Familie der "echten Mäuse" gehören etwa 100 Gattungen mit mehr als 500 Arten. Die "westliche Hausmaus" (Mus musculus domesticus) ist die bekannteste unter den Mäusen. Die Zwergmaus (Micromys minutus) gehört einer anderen Gattung an und wiegt nur fünf bis zehn Gramm. Sie frisst Samen und Getreide, Wurzeln sowie kleine Insekten. Auch drei heimische Wildmaus-Arten gibt es bei uns: die Waldmaus (Apodemus sylvaticus), die Gelbhalsmaus (Apodemus flavicollis) und die Brandmaus (Apodemus agrarius).

Da Katzen bekanntlich Mäuse jagen, bittet Markus Heines auch deren Besitzer um Unterstützung bei der Mäuse-Suche. Wenn die Katze eine Maus anschleppe, solle der Besitzer bitte eben einen Zollstock neben das tote Tier legen und es dann so fotografieren. Dazu werden die Katzenbesitzer gebeten, Datum und Fundort der toten Maus anzugeben. Doch Heines sammelt nicht nur Beobachtungen von Mäusen. Er möchte auch wissen, ob und wann die Einwohner im Kreis Viersen etwa einen Steinmarder, ein Reh, einen Fuchs, Dachs oder Iltis gesehen haben. Hilfreich zur Bestimmung der Art wäre dazu – neben der Angabe von Ort und Zeit – ein Foto. Die Jagd mit der Linse ist also eröffnet.

(RP)