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Kletterwald Niederrhein in Nettetal-Hinsbeck eröffnet

Hinsbeck : Die Ersten erobern den Kletterwald

Acht Parcours, 112 Plattformen und jede Menge Wald. Der Kletterwald Niederrhein ist an seinem neuen Standort in den Hinsbecker Höhen an den Start gegangen. Der Anlauf erfolgt unter Corona-Schutzmaßnahmen.

Die große Plattform in über drei Meter Höhe eröffnet spannende Ausblicke hinter den halbhohen Holztoren. Mit Abstand hängende Holzkisten locken beim Piraten-Parcours und beim Seilbahn-Parcours ist es ein unterbrochener Steg, kombiniert mit Stühlen. Wer direkt noch höher hinaus will, kann auf die Holzstämme-Treppe beim Indianer-Jones-Parcours zurückgreifen oder sich für die Treppe mit den großen Stufenabständen der Abendteuer-Variante entscheiden. Doch egal wo es langgeht, überall erwarten die Besucher Kletter-Highlights. Denn jeder der acht Parcours vom Kletterwald Niederrhein ist etwas ganz Besonderes. Wie eine Spinne im Netz hängen die Kletterer am Tarzan-Sprung und vor dem Base-Jump gibt es so manches Zögern, bevor sich ein Kletterer in 14 Meter Tiefe fallen lässt. Das schnarrende Geräusch der Lore, die hoch oben in den Kronen gerade von dem zehnjährigen Christian per Seilzug zwischen zwei Bäumen herangezogen wird, vermischt sich mit dem Lachen der Kletterer, die an der Seilbahn hängen und zwischen den Wipfeln umhersausen.

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„Nach sieben Wochen Chips und Sofa tut es richtig gut, sich mal anders zu bewegen“, meint Dorothea Schommer lachend. Die Vielfalt des neuen Kletterwaldes begeistere sie auf der ganzen Linie, fügt die junge Frau an. Henri braucht indes nur ein Wort, um alles zu beschrieben. „Cool“, lautet die Meinung des Achtjährigen. Er gehört mit zu den ersten, die den Eröffnungstag des Kletterwaldes nutzen, um Sport, Spaß und Nervenkitzel zu erleben.

Dass der Kletterwald Niederrhein aufgrund von Corona mit über einem Monat Verspätung an den Start gegangen ist, sieht Betreiber Jörg Brockes locker. „So konnten wir noch zwei Parcours fertigstellen, die wir sonst erst nach den Sommerferien gebaut hätten. Damit sind wir mit acht Parcours am Start. Knapp sechs Kilometer Stahlseil sind verbaut“, berichtet Brockes. Nach den Herbstferien folgt der Bau von zwei weiteren Parcours für die kleinsten Besucher. Dann kann statt ab sechs Jahren schon mit vier Jahren geklettert werden.

In Sachen der Öffnungszeiten ist Brockes mit neuen Zeiten an den Start gegangen. „Vor dem Hintergrund, dass viele Kinder nicht zur Schule gehen, haben wir den Donnerstag dazu genommen und öffnen am Freitag früher. Wenn es gut angenommen wird, überlegen wir den Mittwoch ebenfalls einzubeziehen“, sagt der Betreiber. In Sachen Corona-Schutzmaßnahmen erinnern Schilder und Abstandsmarkierungen an den Sicherheitsabstand. Wer klettern will, startet mit einer Händedesinfektion. Die Sicherheitsgeschirre werden nach entsprechender Erklärung eigenständig angezogen und danach von einem Mitarbeiter mit Face-Shield kontrolliert. Beim Klettern braucht eine Maske nicht angezogen werden.

Die Einweisung hat Brockes um ein Drittel reduziert. Statt 35 Personen pro Einweisung sind es jetzt nur 15. Insgesamt dürfen derzeit 112 Personen gleichzeitig unterwegs sein. Das entspricht der Anzahl der Plattformen. Auf den Plattformen darf jeweils nur eine Person stehen, es sei denn, es handelt sich um eine Familie, dann können die Plattformen auch zu zweit betreten werden. „Jedes Sicherheitsgeschirr lüftet drei Stunden aus, bevor es an den nächsten Kunden geht“, informiert Brockes.

Wer nicht klettern möchte, kann indes die entsprechend markierten Wege auf dem zwei Hektar großen Waldgelände nutzen und von unten schauen, wie Hindernisse in den Baumkronen genommen werden. Auf einen Bock klettern, eine Wippe heranholen, diese austarieren und danach hinübergehen, ist nicht einfach. Das gilt auch für die Zugbrücke. Wer die Plattform erreichen will, muss auf die Zugbrücke und diese über das Gegengewicht herunterdrücken, um weiterzukommen.

Die Slack-Line hat es genauso ins sich. Gleichgewicht ist gefragt, um über das schmale Band, zwischen zwei Bäumen in luftiger Höhe gespannt, zu kommen. Die Höhen variieren je nach Parcours von zwei bis vier Meter hin zu Kletterhöhen von vier bis 14 Meter. Die Schwierigkeitsgrade liegen zwischen einem und fünf Punkten. Jeder kann frei entscheiden, was er sich zutraut.