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Klassiker "Hamlet" mit Rockmusik in Nettetal zu sehen

Klassiker mit Rockmusik in Nettetal : Shakespeares Hamlet gefällt mit rockiger Wucht

Shakespeares Tragödie „Hamlet“ einmal anders: Untermalt von Pop- und Rockklängen war der Klassiker jetzt in Nettetal-Lobberich zu sehen.

Diese Ophelia und dieser Hamlet hätten zwei junge Menschen bei einem bunten Happening sein können – frisch verliebt, die Zweisamkeit suchend. Noch war das Bühnengeschehen in der Werner-Jaeger Halle verborgen, als beide sich am Bühnenrand fanden. Diese Leichtigkeit, dieser Zauber halten natürlich nicht lange an. Es wird eine Tragödie um den Prinzen aus Dänemark.

Mit der Inszenierung „Rock me, Hamlet“ erzählt die Opernwerkstatt am Rhein den klassischen Stoff auf ungewöhnliche, packende Weise. Klassische Shakespeare-Texte prallen auf Rock- und Pop. Parallel zur rückwärtigen Bühnenwand sitzen die Musiker auf hohem Podest, dessen drei Stufen auch Handlungsraum sind. Über allem liegt eine gewisse Zeitlosigkeit, die den Stoff passend zur Vorgabe verortet, aber nicht fixiert. Gestützt wird der Eindruck durch Dorothea Nicolais Steampunk-Kostüme. Neele Pettig gibt ihrer Ophelia eine bezaubernde jugendliche Anmut, aber auch ein wütendes Aufbegehren und eine verzweifelte Verwirrung. Carl Bruchhäuser spielt den Hamlet mit expressiver Eindringlichkeit. Er lässt intensiv teilhaben an Verzweiflung und Verstörung seiner Figur.

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Sascha von Donats Regiearbeit rückt das Geschehen möglichst nah an die Zuschauer. Mehrfach nutzt er Brüche, etwa bei den Songs der Rock- und Popmusik. Sie untermauern atmosphärisch Stimmungsbilder oder wirken im prallen Gegensatz. Der Auftritt der Gaukler und Schauspieler ist ergänzt um ein Puppensiel, das auf groteske Weise die Protagonisten verdoppelt.  Makabre Wucht besitzt der Auftritt der Totengräber zu „Seasons in the Sun“. Die Vorstellung war bei weitem nicht ausverkauft, doch das Publikum dankte stehend mit langem Beifall.