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Nettetal: Kippt Union die Fördermittel?

Nettetal : Kippt Union die Fördermittel?

Einige Mitglieder wollen kein Geld und keine Grundstücksfläche für den Ausbau der Zufahrt zur Christian-Rötzel-Kampfbahn zahlen. Der Vorstand hatte das Geld im Auftrag der Mitglieder beantragt und die Pläne vorgestellt.

Um die Sportförderung gibt es eine neue Auseinandersetzung. Mitglieder im SC Union Nettetal wollen nicht hinnehmen, dass der Ausbau der Zufahrt zur Christian-Rötzel-Kampfbahn über diese Mittel finanziert wird. Allerdings hatte der Vereinsvorstand das Geld selbst beantragt. Es ist bewilligt, wenn auch noch kein Förderbescheid ergangen ist.

Hintergrund ist eine seit Jahren schwärende Auseinandersetzung des Vereins mit einem benachbarten Landwirt. Die Zufahrt ist relativ eng, weil der Bauer sich beharrlich weigert, einen Streifen Land abzutreten. Die Stadt hat Enteignungsmöglichkeiten geprüft, aber die gibt es nach derzeitiger Rechtslage nicht. Also bleibt nichts anderes übrig, als den Weg auf Kosten des SC Union zu verbreitern – sowohl in finanzieller Hinsicht als auch mit Zugriff auf das Grundstück.

"Das kann nicht sein"

"Wir sollen unsere eigenen Räume abbrechen, unsere Flächen zur Verfügung stellen und einen öffentlichen Weg mit Vereinsmitteln bezahlen. Das kann nicht sein", schimpfte Heinz Lenßen in der Mitgliederversammlung. Vorsitzender Christian Stein hatte die Pläne für den Ausbau der Zufahrt vorgestellt. Die Mitglieder hatten den Vorstand vor zwei Jahren beauftragt, für eine verbesserte Zufahrt zu sorgen.

Das geht nur, wenn die vereinseigene Mauer, das Kassenhaus und Gebäudeteile abgebrochen sowie Bäume gefällt werden. Die Kosten teilen sich, wie im Sportförderkonzept vorgesehen, Stadt und Verein. Mit der Aufteilung der Mittel ist Werner Beskes nicht einverstanden: "Es handelt sich um einen öffentlichen Weg. Dafür ist die Stadt verantwortlich. Wir können dafür ohnehin nicht vorhandene Vereinsmittel nicht bereitstellen und die Instandhaltung unserer Plätze und Sanitärräume vernachlässigen, zudem unser Vereinsvermögen wie Kassenhäuschen, Mauer und Fläche verlieren." Dieser Meinung schlossen sich einige Mitglieder in der Versammlung an.

Die Stadt sieht das anders. Der Weg führe zu einer privaten Sportanlage, es sei daher nur richtig, den Verein an den Ausbaukosten zu beteiligen. Sportdezernent Armin Schönfelder weist darauf hin, dass die Stadt angesichts ihrer Kassenlage gar nicht in der Lage wäre, die Kosten zu tragen. Erst das – letztlich auch kreditfinanzierte – Sportförderkonzept ermöglich Investitionen für die Vereine. Bedingung: Sie müssen die Hälfte der Kosten selbst tragen. "Der Verein selbst hat die Mittel für den Ausbau beantragt. Zieht er zurück, fließt das Geld in andere Investitionen für den Vereinssport", so Schönfelder.

Dirk Riether (Abteilungsleiter Fußball) ist das ganz offensichtlich bekannt: "Der Vorstand hat jetzt die einzig mögliche Lösung gefunden", erklärte er. Werner Beskes zeigt sich unbeeindruckt: "Ich werde dafür kämpfen, dass Sportfördermittel nicht in öffentliche Straßen investiert werden."

(le-)