Nettetal: Kinder für Physikstunden begeistern

Nettetal : Kinder für Physikstunden begeistern

Das Werner-Jaeger-Gymnasium lädt Grundschüler der vierten Klasse ein. Sie sollen Naturwissenschaften kennenlernen.

Das Werner-Jaeger-Gymnasium lädt Schüler der vierten Klassen regelmäßig zum Experimentieren ein. In den naturwissenschaftlichen Räumen können die Kinder dabei besonderen Phänomenen nachspüren und versuchen, die Hintergründe aufzuschlüsseln — beispielsweise in der Physik. In diesem Jahr haben sich 140 Kinder angemeldet, die an zwei Experimentiertage teilnahmen.

Projektkoordinatorin Barbara Prümen war bereits am ersten Tag von der Resonanz begeistert. 70 Kinder hatten sich im Foyer des WJG versammelt. Ihnen vermittelten acht Fachlehrer des Gymnasiums einen Einblick in die Naturwissenschaften. "Für uns ist das riesig", erklärte Barbara Prümen. Die Schule richtet ein besonderes Augenmerk auf naturwissenschaftliche Fächer und will Kinder für diese gewinnen.

Eingeteilt in vier Gruppen gingen die Kinder nach der Einweisung mit jeweils zwei Lehrern in die Fachräume. Das Lehrer-Duo Siemes und Theuring begleitete eine Schülergruppe in den Biologieraum. Nach einer kurzen Vorstellung des Fachs konnten die Kinder gleich nach Herzenslust experimentieren — allerdings am vorgegebenen Objekt, einem Hühnerei. Mit einem beschrifteten Schaubild vermittelten die Fachlehrer den Grundschülern schnell, dass die Biologie ihre eigenen Fachbegriffe verwendet. Beispielsweise sagen die Biologen nicht Eigelb, sondern Eidotter.

Im Anschluss an die kurze Theorie wurden die Kinder selber aktiv. Jedes erhielt ein Ei und einige Instrumente oder Hilfsmittel zum Arbeiten am Ei in die Hand. Eine Aufgabe: Die Kinder sollten vorsichtig ein kleines Loch in die Schale machen, damit sie ins Innere schauen konnten. Die Kinder waren erstaunlich vorsichtig, kaum ein Ei ging dabei kaputt. Das rohe Innere sollten sie sich genau ansehen und die Ergebnisse auf einem Arbeitsblatt beschreiben.

Die beiden Lehrerinnen nahmen sich für jedes Kind in ihrer Gruppe viel Zeit. Sie klärten gerne Fragen, die sich den Kindern nach ihren Beobachtungen stellten. "Nach einer halben Stunde tauschen wir die Gruppen untereinander aus. So haben sie die Gelegenheit, sich noch ein anderes Fach anzusehen", sagte Barbara Prümen. Die oftmals vorhandene "Scheu" vor den Spezialfächern soll abgebaut und in den Kindern der Spaß daran geweckt werden.

Die Gruppe im Erdkundefachraum ist bereits fertig. Hier haben sich die Kinder mit der Erosion befasst, auf eine spielerische Art mittels einer Geschichte. Dabei durften sie Erosionsprozesse mit Wasser und Erde ausprobieren. Im Physik-raum herrscht das geregelte Chaos. Fachlehrer haben an zehn Tischen Experimente aufgebaut, die einfach ausprobiert werden können. Immer liegt eine Handlungsanleitung dabei. An einem Tisch können die Schüler Papierflieger bauen, an einem anderen muss ein Tischtennisball auf dem Luftstrahl eine Föhns balanciert werden.

Die meiste Beachtung findet "Rohrpower": Eine Kerze muss durch einen Luftstoß gelöscht werden, den ein Luftballon erzeugt, der auf das eine Ende eines Rohrs gespannt ist. Es stinkt nach gelöschter Kerze, knallt, ist laut, und es darf mit Feuer gearbeitet werden. Ruhiger geht es unterdessen an den Tischen mit der Elektronik oder den Experimenten mit statischer Aufladung zu. Doch immer wieder stehen auch hier Kinder und suchen unermüdlich nach Lösungen.

(pepp)
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