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Nettetal: Kinder auf den Spuren des Mauswiesels

Nettetal : Kinder auf den Spuren des Mauswiesels

Das Ferienprogramm des Naturschutzhofs beschäftigte sich unter anderem mit den heimischen Raubsäugetieren. Markus Heines führte ein Dutzend Kinder in die Geheimnisse der scheuen Tiere ein.

"Es fühlt sich flauschig an", sagt die achtjährige Johanna. Vorsichtig ertastet die Schülerin mit ihren Fingern das längliche Fell, den dicken Plüschschwanz und die spitzen Ohren. Vor ihr liegt das Fell eines Rotfuchses. Die Sache wäre schnell und einfach gelöst, doch die zwölf Kinder, die an der Osterferienaktion "Naturerlebnis Dachs, Steinmarder und Co." teilnehmen, haben die Augen verbunden.

Das ist nur ein Teil eines abwechslungsreiches Vormittages, der die kleinen Naturforscher zwischen sieben und elf Jahren erwartet. Auf dem Naturschutzhof gibt es viel zu entdecken und über die Tierwelt zu lernen.

Die Kinder hören Markus Heines, dem Leiter der Ferienaktion, aufmerksam zu. Das Arbeitsblatt vor ihnen erinnert an Sachkundeunterricht aus der Schule. Doch das Programm hat mit Schule nichts zu tun, darin sind sich die jungen Teilnehmer alle einig: "Das macht voll Spaß, und es ist freiwillig", erklärt Paul (9).

Markus Heines kann einen kleinen Teilnehmer überzeugen, seine dicken Skihandschuhe auszuziehen: "Damit kannst du nicht so gut fühlen", erklärt er dem siebenjährigen Johann, ein Schmunzeln kann er sich nicht verkneifen. In der Gruppe können die Forscher mit ihrem Wissen glänzen und sich in der Natur austoben.

Denn nachdem sie auch das "platte und ruppige Fell" eines Seehundes blind ertastet haben, geht es raus. "Vier Raubtiere sind uns heute morgen ausgebüxt", sagt Markus Heines. Kaum hat er den Satz ausgesprochen, stürmen die ersten Jungen und Mädchen los Richtung Kräuterschnecke. "Kalt, ganz kalt", ruft Heines den Kindern zu und führt die zwölf Aktionsteilnehmer auf die richtige Fährte.

Zwischen den braunen Zweigen mitten auf der Wiese ist es gar nicht so einfach, eins der vier Raubsäugetiere zu finden. Die Kinder halten Ausschau, kriechen zwischen Ästen umher. Es braucht seine Zeit, bis Paul endlich das braunhaarige Hermelin findet und stolz in die Luft hält. Der letzte "Ausreißer" scheint sich besonders gut versteckt zu haben. Das Mauswiesel ist — wie der Name schon sagt — so klein wie eine Maus und auf der Obstwiese nur sehr schwer zu finden. Schließlich gelingt es Johanna, das gesuchte Tier ausfindig zu machen.

Gemeinsam geht die Gruppe zur letzten Station dieses Vormittages: Zum Gießen eines Gipsabdrucks. Jeder Jungforscher gießt sich entweder den Fußabdruck eines Fuchses oder eines Dachses und darf ihn als Andenken mit nach Hause nehmen. Die zähflüssige Masse lässt sich in der empfindlichen Kälte nur schwer mit dem Stöckchen verrühren.

Der neunjährige Paul macht den Anfang und streicht vorsichtig den weißen Gips in der Form glatt. Dann muss der Schüler sich gedulden. Denn erst nachdem die Masse fest geworden ist, dürfen die Kinder ihre Trophäen mitnehmen. "Das war heute sehr interessant, ich freue mich schon auf's nächste Mal", sagt er und hilft den anderen bei ihren Abdrücken.

(janj)