Nettetal: Keine zwei Standorte

Nettetal: Keine zwei Standorte

Roland Schiefelbein, Direktor der Gesamtschule Nettetal, schlägt einen Workshop vor, in dem alle Beteiligten die Zukunft der Schulen in der Stadt gestalten. Die Erweiterung seiner Schule lehnt er nicht grundsätzlich ab.

Die Gesamtschule wehrt sich nicht dagegen, von vier auf sechs Züge erweitert zu werden. Allerdings lehnt sie es ab, auf zwei Standorte aufgeteilt zu werden. Schulleiter Roland Schiefelbein warnt davor, sich in der von der CDU neu entfachten Diskussion in Einzelaspekten zu verzetteln. Er schlägt vor, einen Workshop einzurichten, in dem Schulen, Eltern, Politiker und Verwaltung gemeinsam die Zukunft der Nettetaler Schullandschaft beraten. Dazu solle ein externer Experte als Moderator herangezogen werden.

Die CDU hatte vorgeschlagen, die Gesamtschule zu erweitern. Haupt- und Realschule sowie das Gymnasium sollen erhalten bleiben. Die Gründung einer Sekundarschule lehnt die Union ab. Bewusst ist ihr auch, dass die Hauptschule als Schulform in absehbarer Zeit eine solche Struktur nicht überleben wird. Die Hauptschule Lobberich läuft aus, weil in diesem Jahr letztmalig dort Schüler im 5. Jahrgang aufgenommen werden.

Schluss mit Konkurrenzkampf

Schiefelbein beruft sich mit seiner Workshop-Idee darauf, dass die Stadt mehrfach komplexe Probleme so aufgearbeitet hat, beispielsweise den Diskussionsprozess um das "Leitziel Nettetal 2015+". Der Direktor der Gesamtschule will mit dem vorgeblichen Konkurrenzkampf der Schulen und Schulsysteme untereinander Schluss machen. Der werde künstlich von außen in die Schulen hineingetragen.

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"Wissen die in der Stadt überhaupt, welche Perle sie hier haben?" fragte kürzlich der Qualitätsprüfer der Bezirksregierung, Dr. Klaus-Georg Wey. Die Gesamtschule hat ungewöhnlich gut abgeschnitten bei landesweiten Untersuchungen. Diese Qualität will das Kollegium nicht aufgeben. Die Aufteilung einer erweiterten Gesamtschule werde aber das herbeiführen.

Beeindruckt hat die Kommission die enge Verzahnung aller Jahrgänge. Fünftklässler werden sofort ins innerdemokratische System einbezogen. Die Förderkonzepte leben auch davon, dass ältere mit jüngeren Schülern schulintern arbeiten. Das umfangreiche Beratungskonzept brilliert damit, dass alle verfügbaren Kräfte, einschließlich Sozialpädagoge und Sonderschullehrer, darin mitwirken. "Da findet da ungemein viel Kommunikation statt", staunten die Qualitätsprüfer.

Teile man die Gesamtschule auf zwei Standorte auf, gehe dieser Vorzug verloren. Das Kollegium solle sich auch nicht aufteilen auf Lehrer für Unter- und Oberstufen. "Ich will, dass jemand in der Abiturklasse und gleichzeitig im fünften oder sechsten Jahrgang unterrichtet", so Schiefelbein. Er plädiert für die Gründung einer Sekundarschule in Kaldenkirchen mit hohen Qualitätsstandards und der Heterogenität ihrer Schüler, wie sie die Gesamtschule hat. FRAGE DES TAGES

(RP)
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