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Nettetal: "Keine finanziellen Nachteile für die Wehr"

Nettetal : "Keine finanziellen Nachteile für die Wehr"

Viele Feuerwehren in der Region haben ein Nachwuchsproblem, in Nettetal gibt es dagegen eine Warteliste.

Auch bei der 44. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Nettetal am Wochenende im Seerosensaal durften lobende Worte nicht fehlen: Bürgermeister Christian Wagner bedankte sich bei den Feuerwehrleuten, die das ganze Jahr "rund um die Uhr" zur Verfügung gestanden hätten. Er nannte beeindruckende Beträge, die man für den Feuerschutz ausgegeben habe und erfreute mit Hinweisen für beabsichtigte Anschaffungen und Planungen: Mannschaftstransportwagen, Pulverlöschanhänger, Hilfeleistungslöschfahrzeug sowie die auf den Weg gebrachte Planung für das Gerätehaus in Schaag.

Auf seine historischen Anmerkungen ging Kreisbrandmeister Klaus Thomas Riedel ein. Der Bürgermeister hatte erwähnt, vor Christus seien die Feuerwehrleute hauptsächlich Sklaven und im Mittelalter seien für die Feuermeldungen Nachtwächter und Türmer zuständig gewesen. Keineswegs fühlten sich die Feuerwehrleute heute so. Nettetal sei für ihn eine der Perlen im Kreis, nicht nur wegen der Lage, sondern auch wegen der "musikalischsten Jahreshauptversammlung, da die Kreisfeuerwehrkapelle stets spielt".

Auch diesmal ging der Kreisbrandmeister auf die notwendige soziale Absicherung der Wehrangehörigen ein: "Wenn Ihr nicht gesund von einem Einsatz nach Hause kommt, dürft Ihr keinerlei finanzielle Nachteile erleiden." Er bedankte sich für die Absicherung, für die auch die Stadt Nettetal über die Unfallkasse hinaus Sorge trage. Mit der silbernen Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes zeichnete er Wehrführer Leo Thoenissen und seinen Vertreter Heinz-Willi Lehnen aus.

"Viele Feuerwehren haben ein Nachwuchsproblem, wir dagegen eine Warteliste, aber wir haben alle bei der Jugendfeuerwehr aufgenommen. Manche Feuerwehren haben ein Ausrüstungsproblem, unsere Wünsche in Bezug auf unsere Ausrüstung und unser Gerät hat die Stadt immer erfüllt", stellte der Wehrführer fest. Aber er ging auch auf die Bevölkerungsentwicklung gepaart mit einem gesamtgesellschaftlichen Wandel ein: "Bis zum Jahr 2024 scheiden aus Altersgründen 40 Feuerehrleute aus dem aktiven Dienst aus. Die Bereitschaft junger Erwachsener, sich dauerhaft ehrenamtlich für eine gemeinnützige Aufgabe einzusetzen, sinkt.

Thoenissen: "Wir müssen mehr Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bieten, bei uns Mitglied zu werden und wir müssen uns Gedanken machen, wie wir auch erwachsene Menschen für unseren Verein werben können."

Bei 200 Aktiven (dazu kommen 30 aktive Musiker und 33 des Trommlerkorps), 26 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr und 75 Angehörigen der Ehrenabteilung gab es 43 Ehrungen, Beförderungen und Verabschiedungen. Für 60-jährige Mitgliedschaft wurde Heinz Zetzen (Hinsbeck) geehrt, 50 Jahre Mitglied sind Karl-Heinz Geijzers (Hinsbeck), Hans Fischer und Anton Visé (Kaldenkirchen) und Franz-Josef Genent (Leuth), 40 Jahre Willi Naphausen (Breyell) und Peter Windhausen (Lobberich). Das goldene Ehrenzeichen für 35-jährige aktive Dienstzeit erhielten Klaus Ermers (Hinsbeck ), Heinz-Georg Lenssen, Wilfried Maubach und Hans-Leo Stamfort (alle Kaldenkirchen), das silberne Ehrenzeichen für 25 Jahre Thomas Nieendick (Lobberich) und Frank Engels (Schaag).

Die Stadt Nettetal hat eine neue Ehrung eingeführt. Auf Anregung der Feuerwehr wurden Peter Terporten und Roland Peter Brüster-Schmitz für besondere Verdienste geehrt. Ein kurzer Blick in den Bericht "Einsatz- und Dienstbetrieb": Es wurden 30.469 Dienststunden geleistet, davon im Einsatz 6098 unter anderem bei einem Großbrand, 30 Mittelbränden, 84 Kleinbränden, 50 technischen Hilfeleistungen, 32 Verkehrsunfällen, 49 Personen in Not, neun Tieren in Not.

Zu diesen Einsatzstunden kommen Lehrgänge, Übungen, Teilnahme an Martins- und Karnevalszügen sowie Eigenleistungen an Gerätehäusern.

(sa)