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Kommentar: Kein Sparmodell

Kommentar : Kein Sparmodell

Die Inklusion wird vornehmlich unter Kostengesichtspunkten diskutiert. Das für die behinderten Menschen und ihre Angehörigen unwürdige Gezerre darum, wer sich am elegantesten aus der finanziellen Verantwortung stehlen kann, hat schon eine Qualität für sich. Die Debatte darüber, ob behinderte und nicht behinderte Menschen in jeder Lebenssituation zusammengehören, ist einer christlich geprägten Gesellschaft unwürdig.

Ärgerlich, aber symptomatisch, sind Bestrebungen, aus der Inklusion wirtschaftlichen Profit herauszuholen. Politiker lassen sich auf Vorschläge von Verwaltungen und anderen Behörden ein, die ihnen Sparmodelle wie eine fette Wurst dem Hund vor die Nase halten - und tappen in die Falle. Schließlich will heute jeder solche Schulden verhindern, wie sie in vergangenen Jahrzehnten aufgetürmt wurden. Die Hypothek von Sparmodellen zu Lasten behinderter Menschen und ihrer Familien lässt sich in Euro und Cent nicht ausrechnen. Der volkswirtschaftliche Schaden, der dauerhaft damit angerichtet wird, ihnen ihre renditewürdige Leistung abzusprechen, ist ungleich höher. Denn Menschen mit Behinderungen werden trotz Inklusion als nicht gleichgestellte Bittsteller und Haushaltsbelaster betrachtet. Politiker und andere Entscheider müssen endlich ihren Standort wechseln. Inklusion ist keine Samaritertat für das Bundesverdienstkreuz. Inklusion erfordert die Bereitschaft des nicht behinderten Menschen, sich inkludieren zu lassen. Daran hapert es aber gewaltig. lp

(RP)