Nettetal: Kein Planschvergnügen am alten Kino

Nettetal: Kein Planschvergnügen am alten Kino

Die vom Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) Lobberich vor Jahresfrist gestiftete Brunnenanlage auf dem Platz vor dem früheren Kino verharrt noch im Winterschlaf. Die Pumpen haben Schaden genommen.

Was war das ein Vergnügen vor allem für Kinder! Wasser sprudelte erstmals am Kirmessonntag 2013 aus verschiedenen Rohren und verwandelte den Platz vor dem ehemaligen Kino an der Von-Bocholtz-Straße in eine große Planschfläche, aus der hier und da kleine Fontänen in die Höhe schossen. Im Sommer war das Wasserspiel ein beliebter Treffpunkt von Kindern und Eltern, die auf sie aufpassten. Und jetzt, bei Temperaturen um die 25 Grad? Alles ist trocken. Die Begründung lieferte Christian Weisbrich der Mitgliederversammlung des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV).

Der Vorsitzende zitierte aus zahlreichen Schreiben der Stadt, des Brunnenherstellers und des Vereins. Alles steht still, weil ein Gutachter für ein Beweissicherungsverfahren benötigt wird. Er soll denjenigen herausfinden, der bei diesem "Gewährleistungsschaden" zu zahlen hat. Die Brunnenkammer hatte im Winter einen Meter unter Wasser gestanden. Eine Sümpfungspumpe funktionierte nicht. Zwar hatte sich das Wasser bis zum Frühjahr fast verflüchtigt, doch lief nichts mehr. Es läuft auch weiterhin nichts, "ehe nicht geklärt ist, wer bezahlt".

Weisbrich hofft, dass bis zum Kirmessonntag, drei Wochen nach Pfingsten, das Wasser sprudelt. Die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche habe ihm versichert, dass sie "mit großem Nachdruck" an der Lösung des Problems arbeite. Der VVV will eine Alarmanlage bezahlen, die anzeigt, wenn die Sümpfungspumpe ausfällt.

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Über die Brunnenanlage berichtete auch Geschäftsführer Ralf Stobbe. Denn der VVV hatte sie mit Hilfe von Sponsoren finanziert und der Stadt geschenkt. Ersetzt wurde damit eine schon lange nicht funktionierende Brunnenanlage. Zum "umfangreichen und erfolgreichen Jahr" gehörten die von Vorstandsmitglied Robert Hellmann initiierte Hochwasser-Hilfe für die Partnerstadt Rochlitz, die Erneuerung alter Grabsteine an der Alten Kirche, die Gedenktafel zum 125. Geburtstag Werner Jaegers an "seiner" Schule, das Möhrenfest und der Adventsmarkt, letztere in enger Zusammenarbeit mit dem Werbering.

Großes Projekt in diesem Jahr ist der Werner-Jaeger-Preis, der am 27. September in der Werner-Jaeger-Halle einem Altphilologen für sein Lebenswerk und einem Nachwuchswissenschaftler verliehen werden soll. Der VVV will mit der Organisation der Veranstaltung, die auf eine Idee von Dr. Marcus Optendrenk MdL zurückgeht, auch "den Namen Nettetals in der Welt der Geisteswissenschaften bekannt machen" und breiten Bevölkerungskreisen "verinnerlichen, was Werner Jaeger für die Bildung der Menschen geleistet hat". Verbunden wird die Auszeichnung der Wissenschaftler mit einem Symposion auf Schloss Krickenbeck, sie geht zurück auf eine Initiative von Dr. Marcus Optendrenk MdL. Stiftungen der Sparkasse Krefeld finanzieren die Veranstaltung zu einem großen Teil.

In Vorbereitung ist nach "Samt und Seide" der zweite Band zur "Lobbericher Geschichte", herausgegeben von Theo und Greta Optendrenk. Im Mittelpunkt stehen Lobbericher Familien, zwei Weltkriege und ihre Spuren in den Familien. Dabei sollen vor allem das Kriegsende 1945 in Lobberich und der Absturz einer V 1 am 19. Februar 1945 umfassend dargestellt werden. Vorgeschlagen wurde, zum 70. Jahrestag, der auf den Donnerstag nach Aschermittwoch fällt, einen Gedenkgottesdienst in der Alten Kirche zu halten, in der damals die Toten dieses verheerenden Unglücks aufgebahrt wurden. Das Buch soll Anfang März erscheinen.

(mme)
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