1. NRW
  2. Städte
  3. Nettetal

Nettetal: Kein Abriss der Werner-Jaeger-Halle

Nettetal : Kein Abriss der Werner-Jaeger-Halle

CDU-Ortsausschuss Lobberich will künftigen Radweg von der Niedieckstraße auf die Wevelinghover Straße verlagern.

Die Pläne der Stadtverwaltung, sich an die Sanierung der Niedieckstraße durch den Kreis anzuhängen und einen Radweg auf die Fahrbahn zu malen, stoßen bei der CDU auf Widerstand. Im Ortsausschuss Lobberich herrscht die Meinung vor, es sei besser, den Radweg aus Richtung Hinsbeck über Rosental und Wevelinghover Straße in die Innenstadt zu lenken. "Auf der Fahrbahn fehlt der Platz, der Weg über die Wevelinghover Straße erscheint uns sicherer", sagt Ortsvorsitzender Harald Post.

Die CDU will prüfen lassen, ob das als Einbahnstraße ausgewiesene Teilstück der Wevelinghover Straße zwischen dem "Stern" und der Graf-Mirbach-Straße für Radfahrer in beide Richtungen frei gegeben wird. Außerdem sollten innerstädtisch vorrangig der Sassenfelder Kirchweg (am Krankenhaus) und die Wevelinghover Straße saniert werden. "Das muss mit den Anwohnern, die die Kosten mittragen müssen, sorgfältig vorher beraten werden. Aber beide Straßen sind überfällig", fasst Post die Diskussion im Jägerhof statt, an der nahezu 50 Mitglieder teilnehmen.

  • Nettetal : Abriss der Werner-Jaeger-Halle ist denkbar
  • Nettetal : Werner Jaeger säße heute in Talkshows
  • Nettetal : Vorauswahl für Werner-Jaeger-Preis ist getroffen

Eine besondere Herausforderung ist nach Ansicht der Lobbericher CDU die Fülle an Baugrundstücken, die in nächster Zeit in Lobberich auf den Markt kommt. An der Wevelinghover Straße und auf dem angrenzenden ehemaligen TV-Lobberich-Gelände sind Lücken weitgehend geschlossen und Neubauten bezogen. Auf dem Longlife- und Niedieckgelände entsteht Wohnraum für umgerechnet etwa 1000 Menschen. Das sei eine "ganz schöne Herausforderung", zeigten sich die Mitglieder in der CDU einig.

Ende des Monats soll das ehemalige Hertie-Gebäude versteigert werden. Bisher gibt es kein Anzeichen, dass beim ersten Termin ein zuschlagfähiges Gebot eingereicht wird. Chancen könnte die Stadt mit einem weiteren Versteigerungstermin haben. Der Rat der Verwaltung hat sich die Möglichkeit zum Mitsteigern eingeräumt. Sollte es tatsächlich einmal gelingen, den Komplex zu bekommen, soll er abgerissen und durch Wohnbebauung ersetzt werden, das ist vorherrschende Meinung in der CDU.

Große Unruhe ist in der Bevölkerung wegen der Nachricht entstanden, dass im Zusammenhang mit der geplanten Sanierung der Werner-Jaeger-Halle auch deren Abriss geprüft wird. "Einem solchen Vorhaben wird die CDU keinesfalls zustimmen", erklärt Harald Post. Christian Weisbrich warnte eindringlich davor, sich darauf einzulassen. Abriss und Neubau würden mindestens drei Jahre in Anspruch nehmen. Bis dahin werde sich ein Großteil der regelmäßigen Besucher von Kulturveranstaltungen in der Werner-Jaeger-Halle verlaufen und kaum zurückkehren.

Der vor 40 Jahren fertiggestellte Bau gilt längst als Symbol der Stadtgründung Nettetals, gestalterisch ist er ein Solitär, der nach Auffassung der meisten Bürger nicht leichtfertig aufgegeben werden sollte. "Uns holen jetzt Versäumnisse der Vergangenheit ein", räumt Harald Post ein. Kernproblem des Baus ist, das hatte die Technische Dezernentin Susanne Fritzsche schon im Nettebetriebs-Ausschuss erläutert, die Eisenkonstruktion. Wiederkehrende Brandschutzanstriche sind nur dann möglich, wenn das Dach geöffnet wird.

Kreisdirektor Dr. Andreas Coenen erläuterte in der Sitzung die Kultureinrichtungen des Kreises. Natürlich waren die Zuhörer auch gespannt darauf, etwas mehr über den gerade nominierten Kandidaten der CDU für das Amt des Landrats zu hören. Die Wahlen verliefen wie erwartet: Harald Post bleibt Vorsitzender, ihn vertritt Gaby Glatz. Geschäftsführerin wurde Andrea Thielen, ihr Vertreter ist Markus Lücker.

(RP)