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Kaldenkirchen: Sozialpädagogin und Psychologische Beraterin referiert in der Alten Fabrik

Interview mit psychologischer Beraterin : Wie man in stürmischen Zeiten gelassen bleibt

„Sicher und gelassen in stürmischen Zeiten“ heißt das mehrteilige Seminar, das Vera Korb-Ciesla (53) im September mittwochabends in der Alten Fabrik in Kaldenkirchen anbietet.

. Inwieweit dabei auch die Corona-Krise eine Rolle spielt, erklärt die Kaldenkirchener Sozialpädagogin und Psychologische Beraterin im Interview. Nach der Ausbildung zur Erzieherin studierte sie Sozialwissenschaften, arbeitete als Animateurin in Ferienclubs und nach ihrem Studienabschluss für verschiedene Bildungswerke. Beim Reiten, Reisen, Joggen oder Yoga-Übungen kann sie abschalten.

 Haben Sie selbst „stürmische Zeiten“, Krisen- und Stresssituationen also, erlebt?

VERA KORB-CIESLA Ja, sicher, zum Beispiel im privaten Bereich bei einem Todesfall in der Familie. Aber auch im beruflichen Umfeld, ich arbeite ja auch als Sozialpädagogin an einer Schule in Grefrath. Als damals der Schüler Mirco ermordet wurde, war die Erschütterung und Trauer an der Schule große, das war schon hart, eine stürmische Zeit eben.

 Lassen sich solche Erfahrungen vergleichen mit Sorgen und Ängsten, die durch Corona bei Menschen ausgelöst werden?

KORB-CIESLA Einerseits ist die Pandemie mit ihren Folgen wie Lockdown und Isolation für uns alle etwas ganz Neues, Erfahrungen haben wir damit nicht. Deshalb führen ja auch bei manchen Menschen Verunsicherung und Kontrollverlust dazu, Erklärungen in Verschwörungstheorien zu suchen. Andererseits kann man vom Psychologischen her schon sagen, dass man auch in einer solchen Krise Menschen anleiten kann, aus sich heraus die inneren Stärken auszuloten und zu entwickeln. Die Arbeit mit Bildern ist eine hilfreiche Methode, Unbewusstes bewusst zu machen, so Strategien für den Alltag zu entwickeln.

 Aber ist nicht ein Hauptproblem, dass durch die Corona-Beschränkungen vielen das soziale Miteinander, die körperliche Nähe fehlt?

KORB-CIESLA Sicher, doch auch hier gibt es Möglichkeiten, Nähe zu erfahren, ohne sich zu umarmen und eine Ansteckung zu riskieren. Kindern, Schülern kann es guttun, Rücken an Rücken zu kuscheln, oder zwei halten ein Springseil, sind so verbunden und geben sich Halt. Bei Erwachsenen kommt es eher darauf an, auszuloten, wie man soziale Nähe ohne direkten Kontakt spüren, erleben kann, auch dafür gibt es Ansätze.

 Kann ein Seminar so etwas leisten?

KORB-CIESLA Corona ist ja nur ein Aspekt, ein aktuelles Beispiel, mir geht es grundsätzlich um den souveränen Umgang mit Stress-, Belastungs- und Krisensituationen. Darum ist es ein offenes Seminar, man kann den ganzen Kurs besuchen, aber auch nur einzelne Abende. Und, ja, ich bin sicher, dass es hilfreich sein kann, die eigenen Ängste und Stärken auszuloten und daraus Bewältigungsstrategien zu entwickeln, so auch zum Beispiel gelassener in der Corona-Krise zu werden.

Infos und Anmeldung gibt es bei Vera Korb-Ciesla, Telefon 01578 8167017