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Kaldenkirchen: Schulbegleiter sollen alle Kinder unterstützen

Nettetal : Schulbegleiter sollen allen Kindern helfen

An der Realschule Kaldenkirchen gibt es so viele Integrationshelfer, dass sie sich manchmal gegenseitig im Weg stehen. Nun soll das Konzept neu ausgerichtet werden. Statt jeweils ein Kind sollen die fünf Schulbegleiter alle unterstützen.

An der Realschule in Kaldenkirchen soll die Schulbegleitung von Kindern im Rahmen der Inklusion jetzt „gepoolt“ werden. Davon verspricht sich die Verwaltung eine „passgenaues pädagogisches Angebot“ und auch eine Reduzierung des Kosten, wie Claudia Küppers jüngst im Jugendhilfeausschuss des Stadtrates erläuterte.

Nach den Worten der Sachgebietsleiterin „Soziale Dienste“ hat sich herausgestellt, dass im Zuge der Umsetzung der schulischen Inklusion die Zahl der persönlichen Schulbegleiter derart gestiegen ist, dass diese sich manchmal im Wege stehen. Außerdem habe sich ein deutlich höherer Verwaltungs- und Beratungsaufwand ergeben. Deshalb befasse man sich auch in Land und Bund mit „Pool-Lösungen“.

Konkret soll dies nun so aussehen, dass an der Realschule in Kaldenkirchen fünf Schulbegleiter ständig die Kinder unterstützen, „nicht individuell und starr zugeordnet, sondern sinnvoll nach dem jeweiligen aktuellen Bedarf eingesetzt“, sagte Küppers. Dies ermögliche zudem eine Förderung und Unterstützung auch von den Kindern, die darauf keinen gesetzlichen Anspruch haben. Das Modellprojekt soll schon in den nächsten Wochen starten, entsprechende Gelder stehen in den Haushalten 2018 und 2019 bereit.

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Aus einem in der Sitzung vorgelegten 38 Seiten starken Bericht des Fachbereichs geht weiter hervor, dass im Rahmen der Schulsozialarbeit an der Gemeinschaftsgrundschule Lobberich 23 Kinder „mit auffälligem Verhalten in sozial-emotionalen Bereichen“ betreut werden. Das gilt auch für die Realschule Kaldenkirchen, an der zunehmend leistungsschwache Schüler mit Hauptschulempfehlung unterrichtet werden, weil die Hauptschule in Lobberich aufgelöst wurde. Ähnliche Programme laufen an der Gesamtschule in Breyell und an der Hauptschule in Kaldenkirchen. Diese werden aber vom Land Nordrhein-Westfalen finanziert.

Im Rahmen der „Frühen Hilfe“ sind im vergangenen Jahr 113 Verdachtsmeldungen einer Kindeswohlgefährdung eingegangen, 21 weniger als im Jahr zuvor. Bei immerhin 25 „akuten“ Fällen wurden die Kinder vorsorglich in Obhut genommen, es kam fast immer zu familiengerichtlichen Verfahren, intensiven Beratungen und Hilfen zur Erziehung, berichtete Küppers. Seit Jahresanfang 2018 hat man festgestellt, dass „in Familien mit Flüchtlingshintergrund häufiger ein anderes Verständnis von Kindeswohl vorliegt“. Hier müsse man die Familien begleiten und möglicherweise Schutzmaßnahmen für die Kinder installieren. Das sei wegen der Sprachbarrieren und einem anderen Sozialisationshintergrund „ein aufwendiges und schwieriges Unterfangen“.

Ins Geld geht die Heimunterbringung. Für 30 junge Leute wendete die Stadt 2017 rund 1,8 Millionen Euro auf, für 2019 sind zwei Millionen Euro angesetzt. Dabei pendeln die Monatssätze bei den zehn kostenintensivsten Fällen zwischen 6238 und 8558 Euro pro Monat. Insgesamt wurde für 223 Hilfen (ambulant, teilstationäre, Pflegefamilien, Heim, Mutter-und-Kind) rund 4,1 Millionen Euro aufgewendet.

Der Ausschuss zeigte sich sehr zufrieden mit dem Bericht. Darin werden rund 300 Hilfen aufgelistet, für die 5,05 Millionen Euro aufgewendet werden mussten. Die Ausschussmitglieder billigten auch die für 2019 vorgesehenen Ausgaben.