Kaldenkirchen: Rolf Spitzkowsky engagiert sich für den Naturschutz

Kaldenkirchen : Sein Herz schlägt für die Vogelwelt

Der Kaldenkirchener Rolf Spitzkowsky engagiert sich ehrenamtlich für den Naturschutz und erklärt auf Exkursionen die Lebensweise heimischer Vögel.

. Große Freude über einen kleinen Vogel: „Immer, wenn ich ein Schwarzkehlchen sehe, geht mir das Herz auf“, sagt Rolf Spitzkowsky. Dabei strahlt der Vogelfreund. Die Begeisterung für die geförderten Mitgeschöpfe hat ihn seit der Kindheit gepackt. Bis heute engagiert sich der 77-jährige Kaldenkirchener, um Vögel und ihre Lebensräume zu schützen – und um anderen die Faszination von Tieren und Natur nahezubringen.

Die Vogelwelt am Niederrhein war ausschlaggebend, dass der gebürtige Hamburger überhaupt ein Kaldenkirchener wurde. Denn als es ihn der Liebe wegen hierher verschlug, war er zunächst skeptisch, „ob die Natur hier was zu bieten hat, sonst wär ich wieder zurück in den Norden, zu Mooren, Heide und Elbe.“  Spitzkowsky schmunzelt zwar, lässt indes durchblicken, dass es ihm damals durchaus ernst war. Doch die „Vielfalt der Vögel am Niederrhein“ überzeugte, ja begeisterte ihn: „Toll hier!“

So ist der kräftige weißbärtige Senior viel mit Fernglas und Fotoapparat unterwegs, „gerne an den Heidemooren im Grenzwald, an den Krickenbecker Seen oder im Elmpter Schwalmbruch“. Seine Vogelsichtungen meldet er online einem ornithologischen Fachforum. Zudem beobachtet er Vögel „auf Wanderungen durch Europa oder Ende Oktober auf Helgoland“. Einmal im Monat tauscht er sich mit anderen Nettetaler Vogelfreunden beim Treffen im Waldgasthaus Galgenvenn aus. Bei den Hobby-Ornithologen werde mit Bedauern registriert, dass die „die Bestände der Vögel auf Feldern, Weiden und Wiesen abgenommen“ hätten: „Feldlerche oder Kiebitz sieht man immer seltener, leider.“

Für Spitzkowsky ist das mit ein Grund, selber aktiv zu werden: „Ich habe eine Eingabe bei der Stadt gemacht, dass man konsequenter Grünstreifen wachsen und blühen lässt, damit sich wieder Lebensräume für Kleintiere und Vögel bilden können.“ Weil immer noch manche Bürger aus falsch verstandenem Ordnungssinn jedes Wildkraut abmähen, sollten an Grünflächen auch an Straßenrändern Infotafeln über die Bedeutung dieser Biotope stehen.

Der Rentner ist auch in der Kommunalpolitik engagiert. Das SPD-Ratsmitglied achtet in der Baumkommission des Ausschusses für Umwelt- und Klimaschutz mit darauf, dass kein Baum unnötigerweise gefällt werde: „Da sind in der Vergangenheit zu viele Fehler gemacht worden, etwa bei den Pappeln.“ Als etwa „eine Pappel in Kreuzmönchdorf gefällt wurde, verschwand dort auch der Pirol“. Überhaupt sei der schöne Vogel selten geworden, doch Rolf Spitzkowksy weiß natürlich auch, wo man den Vogel noch beobachten kann, „zum Beispiel im Grenzwald an der Schlucht.“

Im Naturschutzbund Nabu war Spitzkowsky „sehr aktiv“, mittlerweile ist er dort nur noch einfaches Mitglied: „Jetzt sind Jüngere dran, und es ist erfreulich, dass sich tatsächlich viele junge Leute für den Naturschutz engagieren.“ Genau das ist sein Anliegen – Menschen die Natur nahebringen, sie dafür zu begeistern: „Wer die Natur kennt, sich an Vögeln, anderen Tieren und Pflanzen freut, der wird sich umso leidenschaftlicher für Natur- und Klimaschutz einsetzen.“

So erklärt der Hobby-Ornithologe bei Vogelexkursionen, die er im Frühjahr ehrenamtlich für die Biologische Station durchführt, wo und wie heimische Vögel leben: „Bevor die vielen Zugvögel zurückkommen, können auch Anfänger Vögel wie Zaunkönig leichter entdecken, hören und beobachten.“

Seine Begeisterung für die Natur und die Vogelwelt wirkt ansteckend – Spitzkowsky: „Am Glabbacher Bruch zu sehen, wie ein junger Fischadler einen Fisch aus dem Wasser fängt, das ist ein einmaliges Erlebnis!“

Mehr von RP ONLINE