Kaldenkirchen: Polizei findet sechs Afghanen in Güterzug-Container

Zug kam aus der Türkei : Polizei in Kaldenkirchen entdeckt sechs Flüchtlinge in Container

Ein Mitarbeiter hat im Railterminal in Nettetal-Kaldenkirchen Stimmen gehört, die aus einem Container kamen. Die Polizei fand sechs Männer, die sich hinter Reifen versteckten. Der Zug war vor fünf Tagen in der Türkei gestartet.

Weil er aus einem der Güterzug-Container Stimmen hörte, hat ein Mitarbeiter einer Verladefirma am späten Montagnachmittag die Polizei informiert. Einsatzkräfte öffneten daraufhin den Container im Railterminal in Nettetal-Kaldenkirchen und entdeckten darin sechs Männer. Sie wurden in Krankenhäuser in der Umgebung gebracht und sollten anschließend vernommen werden.

Unklar war am Montagabend noch, woher die Männer stammten sowie wie und wo sie in den Container gelangt waren. „Nach eigenen Angaben handelt es sich um Afghanen“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Es gehe ihnen „soweit ganz gut“. Nach und nach sollten sie darum aus den Krankenhäusern entlassen und auf Dienststellen der Polizei befragt werden. „Das kann sich bis in die Nacht hinein ziehen“, sagte der Sprecher. Zur gleichen Zeit führte die Bundespolizei mit Hilfe der Landespolizei und einem Hubschrauber eine sogenannte Nahbereichsfahndung durch.

Dass weitere Personen möglicherweise geflüchtet seien, konnte der Sprecher nicht bestätigen: „Dazu haben wir keine gesicherten Erkenntnisse.“ Die Einsatzkräfte wollten weitere Container auf ihren Inhalt prüfen. „Bislang haben wir keine weiteren Personen gefunden“, sagte der Sprecher.

Einsatzkräfte fanden die sechs Männer hinter einer Ladung Reifen versteckt. Foto: Jungmann/Günter Jungmann

Der Güterzug war in der Türkei gestartet. Das Kaldenkirchener Railterminal war die Endstation, dort sollten die Container auf Lkw umgeladen und weiter transportiert werden. Die Polizei hat den Container, in dem die Männer gefunden wurden, beschlagnahmt. Die Männer hatten sich hinter einer Ladung Reifen versteckt. Nun untersuche die Spurensicherung den Container, berichtete der Bundespolizei-Sprecher: „Dann erfahren wir vielleicht mehr darüber, wie sich die Männer versorgt und wie sie ihre Notdurft verrichtet haben.“ Die Zugreise aus der Türkei nach Nettetal dauere in der Regel fünf Tage. Die Polizei vermutete, dass die Männer gezielt geschleust wurden. Die Ermittlungen führt die Bundespolizeiinspektion Kleve.

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