Kaldenkirchen: KKV plant mehr Veranstaltungen

Kaldenkirchen: KKV will jünger werden

Die Mitglieder des Kaldenkirchener Karnevalsvereins werden immer älter, neue kommen kaum nach. Mit zusätzlichen Veranstaltungen will der Vorstand Interessierte anlocken.

Der Kaldenkirchener Karnevalsverein will seinen Stadtteil zum Beben bringen. Mit einer Party unter dem Motto „Koakerke dändert“ (Kaldenkirchen bebt) soll am Abend vor der Proklamation des neuen Stadtprinzenpaares am 11. November die vergangene Session 2017/18 ihren Abschluss finden. Mit der zusätzlichen Veranstaltung sollen zudem Bürger auf den Verein neugierig gemacht werden – denn dem fehlt der Nachwuchs.

Der KKV gründete sich 1975. Im Jahr darauf organisierten die Mitglieder erstmals den Kaldenkirchener Tulpensonntagszug. „Das war der Hauptzweck des Vereins damals“, sagt KKV-Vorsitzender Jürgen Ihlo. Seitdem ist der KKV alle drei Jahre mit dem Zug dran und stellt das Kaldenkirchener Stadtprinzenpaar. Jährlicher Höhepunkt im Sessionskalender ist die Herrensitzung. Die dortigen Programmpunkte werden allerdings eingekauft, eigene Tanzgarden gibt es beim KKV nicht. „Dadurch ist unser Angebot für die Jugend sehr beschränkt“, sagt Udo Laabs, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim KKV.

Nun werden die Mitglieder älter, neue kommen kaum nach. „Wir sind alle 50 plus“, sagt Ihlo. Rund 100 Mitglieder zählt der Verein aktuell, ein gutes Dutzend davon beteilige sich aktiv an organisatorischen Aufgaben, berichtet Laabs: „Die Arbeit ist auf nur wenigen Schultern verteilt, das macht es schwierig.“ Darum will der Vorstand die Vereinstätigkeiten neu aufstellen. So haben KKV-Mitglieder bei der Karibischen Nacht im August an einer Flamingo-Bar Cocktails ausgeschenkt. Mit der Party am Samstag, 10. November, sollen zudem mit Bands wie OK und Kleinstadtrokker junge Menschen erreicht werden. Karten für elf Euro gibt es per E-Mail (kkv41334@gmx.de). „Wenn sie gut ankommt, sind weitere Aktionen geplant“, sagt Geschäftsführer Roland-Peter Brüster-Schmitz.

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Dem Vorstand liegt das Brauchtum am Herzen. „Wir wollen den Verein und das Ehrenamt erhalten“, sagt Brüster-Schmitz. Wie schwierig es ist, Menschen dafür zu begeistern, zeigt sich an der langen Suche nach einem Prinzenpaar für die vergangene Session. Erst Mitte November gab es 2017 eine Zusage – von Susanne und Hans-Gerd Hauser, die bereits drei Jahre zuvor Stadtprinzenpaar gewesen waren. „Dafür braucht man Leidenschaft, Zeit und Geld“, sagt Ihlo. „Es gibt immer weniger Menschen, die bereit sind, all das zu geben.“ 2020 ist der Verein das nächste Mal dran.

Bis dahin will sich der KKV trotz allem die Freude nicht verderben lassen. „Uns treibt die Leidenschaft zum Karneval“, sagt Laabs.

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