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Viersen: Kaiser's verlässt Viersen

Viersen : Kaiser's verlässt Viersen

Sitz und Hauptverwaltung werden vom Lichtenberg nach Mülheim verlegt. Allen 450 Mitarbeitern wird angeboten, künftig an der Ruhr zu arbeiten. Regionsverwaltung, Birkenhof und Logistik bleiben.

Gestern morgen wurde zur Gewissheit, was viele geahnt hatten: Bei einer Betriebsversammlung erfuhren die Mitarbeiter der Hauptverwaltung von Kaiser's-Tengelmann, dass ihre Schreibtische ab dem kommenden Jahr nicht mehr am Lichtenberg, sondern an der Wissollstraße in Mülheim an der Ruhr stehen werden. Der Umzug werde abteilungsweise bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Die dann leeren Büros am Lichtenberg sollen vermietet werden.

Die Nachricht hatte in der Stadt bereits die Runde gemacht, als das Unternehmen kurz vor 17 Uhr per Pressemitteilung die Öffentlichkeit informierte. Darin wird Karl-Erivan W. Haub, Inhaber der Unternehmensgruppe Tengelmann, zitiert: "Andererseits freue ich mich, unsere Traditionsfirma Kaiser's Tengelmann bald ganz in meiner Nähe zu wissen". Der Entschluss, den "Dienstsitz" der Aktiengesellschaft nach Mülheim-Speldorf zu verlegen, sei "schweren Herzens" gefallen. Man müsse jedoch "Kräfte bündeln und Synergien nutzen". Das Unternehmen werde Viersen "auch in Zukunft eng verbunden" bleiben.

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Der Lichtenberg ist weiterhin Arbeitsplatz für knapp 500 Menschen in der Regionsverwaltung Nordrhein, der Logistik und beim Birkenhof-Fleischwerk. An die enge Verbundenheit erinnerte auch Bürgermeister Günter Thönnessen, der für 17 Uhr zu einem Gespräch mit der Kaiser's-Tengelmann-Spitze gebeten worden war. Er sprach von einem "ganz herben Schlag" für die Stadt. Offizielle Informationen habe er vor dem "kurzfristig avisierten" Gesprächstermin nicht erhalten. Die Stadt habe viel für Kaiser's getan, genau wie Kaiser's viel für die Stadt getan habe: "Da gibt es eine deutlich stärkere Klammer als bei anderen Unternehmen." Kaiser's sei für Viersen so etwas wie Volkswagen für Wolfsburg. "In vielen Familien haben schon die Väter und Großväter dort gearbeitet." Gegen weitreichende Konzernüberlegungen sei man aber "ein Stück machtlos". Er werde versuchen, mit Haub zu sprechen, sagte Thönnessen nach dem Termin beim Vorstand.

Als "positiven Aspekt" vermerkte der Bürgermeister, dass allen Mitarbeitern die Weiterbeschäftigung in Mülheim angeboten wird. Zunächst werde das Unternehmen für die mehr als 50 Kilometer Strecke einen Busdienst anbieten. Dr. Albert Pauly sprach von einem "Riesen-Verlust für die Kaisers-Kaffee-Stadt". Nach der Ablösung des "im sozialen Leben Viersens verwurzelten" Bernd Ahlers an der Spitze habe er diesen Schritt "befürchtet", sagte der Vorsitzende des Vereins für Heimatpflege. FRAGE DES TAGES

(RP)