Veranstaltung an der Gedenkstätte Hostert Jugendliche erinnern an 8. Mai 1945

Schwalmtal · An der Gedenkstätte Waldniel-Hostert gedachten Jugendliche der Gemeinschaftshauptschule Schwalmtal der Opfer des Nationalsozialismus. Anlass war der Jahrestag der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945.

Jugendliche der Gemeinschaftshauptschule trugen Interviews vor, die sie zum Tag der Befreiung geführt hatten.

Jugendliche der Gemeinschaftshauptschule trugen Interviews vor, die sie zum Tag der Befreiung geführt hatten.

Foto: bigi

An der Gedenkstätte Waldniel-Hostert gedachten Schüler der Gemeinschaftshauptschule Schwalmtal der Opfer des Nationalsozialismus. Die Initiative dazu kam wieder vom Deutschen Gewerkschaftsbund. „Die Täter von einst leben fast alle nicht mehr“, sagte Vize Bürgermeister Jupp Pascher (SPD). „Persönliche Schuld haben wir als Folgegenerationen nicht. Doch tragen wir Verantwortung. Die Erinnerung an die damaligen Gräuel darf niemals aufhören.“ Acht Hauptschüler trugen Zitate von Menschen vor, die sie zur Kapitulation am 8. Mai 1945 befragt hatten. Nicht alle kannten das Datum: „Als sie dann hörte, worum es geht, meinte sie spontan: ‚Das müsste viel größer ins Gedächtnis gerufen werden’“, sagte eine Schülerin.

Die Spuren des Zweiten Weltkrieges reichten weit in die Folgejahre. „Eine Tante meines Vaters kam 1965 als Russland-Deutsche wieder zurück. Die Deutschen, die zum Teil schon lange Jahre vor Beginn des Zweiten Weltkriegs in der Sowjetunion lebten, waren von dem Terror-Regime Stalins nach Sibirien deportiert worden. Sie erzählte, dass in geheimen Lagern damals immer noch Deutsche gefangen gehalten wurden“, schilderte Lehrerin Astrid Symanski-Pape. Die Schüler wiesen darauf hin, dass heute Millionen Menschen auf der Flucht sind: „Wieder werden Menschen, die sich politisch äußern, eingesperrt oder zu Zwangsarbeit verurteilt. Wieder propagieren politisch Verantwortliche den Nationalstaat und blockieren Beschlüsse der Europäischen Union und der UNO.“ Ihre Forderung: Weiter dafür zu sorgen, „dass der 8. Mai und seine Bedeutung nicht in Vergessenheit gerät. Damit so etwas nie wieder passiert“.

GEW-Kreisvorsitzender Björn Dexheimer erinnerte an Menschen, die als lebensunwürdig eingestuft wurden. Dieses Leid sei vor Ort systematisch durchgeführt worden. Lehrer und Autor John Lentzsch lobte den Ort, „der zum Gedenken einlädt“ und appellierte, sich für den Frieden einzusetzen. DGB-Kreisvorsitzender Klaus Neufeldt wünschte sich eine wehrhafte Demokratie.

(bigi)