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Nettetal: Jörg Schneider wechselt nach Moers

Nettetal : Jörg Schneider wechselt nach Moers

Der Geschäftsführer des Nettetaler Krankenhauses geht im Herbst an ein deutliches größeres Krankenhaus mit einem breiteren Leistungsspektrum. Mit der Familie will Schneider aber in Lobberich wohnen bleiben.

Jörg Schneider, seit 2009 Geschäftsführer der Städtischen Krankenhaus Nettetal GmbH, wechselt zum 1. Oktober den Arbeitsplatz. Er übernimmt die Geschäftsleitung des St.-Josef-Krankenhauses in Moers. Der 48-Jährige nimmt nach eigenen Angaben damit eine weitere Stufe auf der Karriereleiter. Mit der Familie will er aber auch nach dem Wechsel in Lobberich wohnen bleiben.

Schneider hat in den vergangenen sechs Jahren dem Krankenhaus seinen Stempel aufgedrückt. Es erweiterte das Leistungsspektrum unter anderem um die Palliativabteilung, das Darmzentrum sowie das Endoprothetik-Zentrum. Damit einher gingen der Ausbau des vierten Obergeschosses und die Einrichtung des Nette-Bistros, die Verwaltung zog vom einstigen Schwesternwohnheim aus um in den Altbau.

"Wir bedauern sehr, dass Jörg Schneider uns verlässt, zumal es Ausbaupläne gibt, die in Kürze verwirklicht werden", sagte Aufsichtsratsvorsitzender Günter Werner. Unter seiner Regie hatte das Gremium vor den Osterferien der Vertragsauflösung zum 30. September zugestimmt und eine Findungskommission gegründet, die Schneiders Nachfolge regeln wird. Jörg Schneider ist, soweit das möglich ist, in diesen Prozess eingebunden.

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Das Nettetaler Krankenhaus ist eine hundertprozentige Tochter der Stadt. Es verfügt über 187 Betten und beschäftigt rund 450 Mitarbeiter. Das St.-Josef-Krankenhaus in Moers ist mit insgesamt rund 500 Betten wesentlich größer. Es gehört mit seinen Tochtergesellschaften einer kirchlichen Stiftung. Zur Einrichtung gehören eine Psychiatrie, Altenheime und ambulante Pflegedienste.

Unter dem maßgeblichen Einfluss Schneiders seien in den vergangenen Jahren relevante Prozesse fortgesetzt und angestoßen worden, erklärte Werner. Dem Aufsichtsrat und der Stadt sei wichtig, dass dieser Weg weiter beschritten wird. "Das Haus verfügt über ein gutes Image. Es schreibt schwarze Zahlen, und wir werden den weiteren Ausbau vorantreiben. Aus dieser Position heraus können wir einem neuen Geschäftsführer wirklich etwas bieten. Das Leistungsspektrum wird erhöht, das Haus insgesamt modernisiert, und es erhält vor allem auch künftig neue Räume", so Werner.

Wie schnell die Nachfolge Schneiders zu regeln ist, bleibt abzuwarten. Werner hat sich mit Bürgermeister Christian Wagner und Schneiders Mitgeschäftsführer Armin Schönfelder auf ein strukturiertes Verfahren verständigt, in dem nicht Schnelligkeit maßgebend sein soll. "Wir werden in aller Ruhe mit Hilfe externer Fachleute für die Nachfolge sorgen", so Werner.

Unter Schneiders Geschäftsleitung gewann das Nettetaler Krankenhaus erheblich. Im Ranking der Krankenhäuser liegt es mit vielen Leistungen weit vorne. Schneider gilt als Teamplayer, der Impulse und Vorschläge aus der eigenen Mitarbeiterschaft aufnimmt. Ärzte und Pflegekräfte haben in den vergangenen Jahren das Profil des Hauses nachhaltig geschärft.

Schneiders Nachfolger wird über die alltäglichen Geschäftsführungsaufgaben hinaus mit der Planung und dem Bau neuer Bereiche zu tun haben. Nach Werners Angaben wird im Sommer die Grundlagenermittlung der schon länger gehegten Ausbaupläne abgeschlossen. Dann fällt die Entscheidung unter anderem über eine neue Küche mit Leistungen für externe Abnehmer. In Planung sind Räume für Wahlleistungen (Ein- und Zeitbettzimmer). Da habe das Haus Nachholbedarf. Hinzu kommen die Ausweitung der Dialyse, die Aufnahme des Sanitätshauses Aktiv Medical im Bauprogramm und einiges mehr. Zurückgestellt hat das Nettetaler Krankenhaus indessen Überlegungen für ein Facharztzentrum, auch wenn es dort in einigen Bereichen deutlichen Bedarf sieht (beispielsweise auf dem Gebiet der Radiologie).

(RP)