Nettetal: Jäger ärgern sich über den Alleenradweg

Nettetal: Jäger ärgern sich über den Alleenradweg

Über den neuen "Alleenradweg" zwischen Lobberich und Grefrath brausen bereits Mofas, Motorräder, Enduros und Quads. aber auch immer mehr Hundebesitzer begehen mit loslaufenden Hunden die ehemalige Eisenbahntrasse. Dies berichtete Günther Thielen der Jagdgenossenschaft Hinsbeck. Der Ausbau des Alleenradweges und die Anlage von Rastplätzen im Herzstück des Hinsbecker Jagdreviers II am Schlibecker Berg verscheuchten das Wild und zerstörten den Rückzugsraum im Revier, klagte Thielen.

So beantragte er mit Mitpächter Günther Manns bei der Jagdgenossenschaft eine Verringerung des Pachtpreises um mindestens 5 ­/ha. Mehrheitlich war die Versammlung der Meinung, der Vorstand müsse eventuelle Schäden bei der Stadt Nettetal als Träger der Baumaßnahme zurückholen. Vorsitzender Peter Beyen versuchte zu beschwichtigen: "Möglicherweise wird der Radfahrbetrieb im Laufe der Zeit weniger." Doch das bestritt Ernst Wackertapp (Glabbach). Der Verkehr auf der "Fietsallee" am Nordkanal steige auch acht Jahre nach fertigstellung weiter an. "Wir meiden an Wochenenden mit Traktoren die Wirtschaftswege. Unsere Arbeit wird stark beeinträchtigt", stellte er fest.

Bedenken äußerten Jagdgenossen zur Wildentwicklung generell. Landwirte berichten, Wildgänse fügten ihnen durch größere Populationen Schäden auf den Äckern zu. Die Wildbrücke in Tegelen über die A 74 werde die Ausbreitung der Wildschweine beschleunigen. Andererseits werde der Wildbestand durch veränderte Feldbewirtschaftung abnehmen. Baumschulen zäunen Flächen ein, Biogasanlagen erhöhen die Anlage von Maisfeldern. Damit werde der Lebensraum von Hasen, Fasanen und Rehen stark eingeschränkt.

Wie Vorstand Peter Beyen berichtete, kritisierrt die untere Jagdbehörde, dass das Hinsbecker Jagdkataster Lücken habe. Mehrere Alt-Deponien in Hnsbeck seien eingezäunt und nicht bejagbar (Schlibecker Berg). Eigentümer EGN wird jetzt gefragt, ob die Zäune wegkommen und damit Jagdfläche hinzukomme.

Die Reviere in Zahlen: Revier I ist 494 Hektar groß (Pacht 23,01 ­/ha = 11 366,95 ­), Pächter ist Alois Hüpen aus Lobberich. Revier II ist 472 Hektar groß (Pacht 18 ­/ha = 8496,00 ­), Pächter sind Rudolf Dohmen/Alois Hüpen. Revier III ist 346 Hektar groß (Pacht 18 ­/ha = 6228 ­), Pächter sind Günther Thielen/Günther Manns.

Den Vorstand der Jagdgenossenschaft Hinsbeck bilden Vorsitzender Peter Beyen, (Stellvertreter Ortslandwirt Stefan Schrievers), Geschäftsführer und Kassenverwalter Heinz Meiners (Heinrich Ophoves), Beisitzer sind Johannes Thofondern und Johannes Stams, ihre Vertreter Willi Kersten und Johannes Meiners.

(RP)