1. NRW
  2. Städte
  3. Nettetal

Interview mit Jürgen Boyxen (CDU) zur Werner-Jaeger-Halle

Interview Jürgen Boyxen zur Werner-Jaeger-Halle : Nur allein Abriss und Sanierung kosten bereits Millionenbetrag

Die Diskussion über die beschlossene Sanierung der Werner-Jaeger-Halle und die Initiative für ein Bürgerbegehren dagegen bewegen die Gemüter. Wir fragten den CDU-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Boyxen, wie er die Diskussion und das Bürgerbegehren sieht.

Wie stehen Sie zu der Idee eines Bürgerbegehrens?

Jürgen Boyxen Die Durchführung eines Bürgerentscheids wäre zum jetzigen Zeitpunkt unzulässig. Der Rat hat bereits entschieden. Die rechtlichen Prüfungen durch die Verwaltung sind allerdings noch nicht abgeschlossen.

Und wenn die Prüfung durch die Verwaltung die Zulässigkeit bestätigt?

Boyxen Unabhängig von der Frage der Zulässigkeit wäre die Durchführung eines Bürgerentscheides zum jetzigen Zeitpunkt undemokratisch. Es ist Aufgabe der gewählten Ratsvertreter, ihre Verantwortung wahrzunehmen und zu entscheiden. Dies haben wir getan. Wer einen Bürgerentscheid will und damit letztendlich den Bürger in der komplexen Frage einer Sanierung der Werner-Jaeger-Halle entscheiden lassen will, schiebt dem Bürger den „Schwarzen Peter“ zu und drückt sich vor der eigenen politischen Verantwortung. Derartiges ist undemokratisch und unfair und entspricht nicht unserer Politik.

Was bedeutet denn für Sie ein Abriss der Halle?

Boyxen Eine Rückgängigmachung des Sanierungsbeschlusses wäre eine wirtschaftliche Katastrophe für die Stadt. Wer eine Sanierung stoppt, muss in jedem Falle wegen der notwendigen Schadstoffsanierung die Werner-Jaeger-Halle abreißen. Dies ist bezeichnenderweise auch das Ziel der Bürgeranträge. Der Abriss erfordert einen siebenstelligen Betrag. Des Weiteren wären alle bislang bereits getätigten Aufwendungen für die Sanierung vergeblich, und der bereits zugesagte Förderzuschuss von rund 2,4 Millionen Euro würde entfallen. Folgen des Abrisses wären also ein Schaden für die Stadt Nettetal in Höhe mehrerer Millionen Euro und ein leeres Grundstück dort, wo früher die Werner-Jaeger-Halle stand, demnach kein Theater mehr und nicht einmal eine Schulaula. Wer für den Bürgerantrag stimmt, trägt die Mitverantwortung für diesen Millionenschaden.

  • Die Werner-Jaeger-Halle soll saniert werden.
    Nettetal : Bürgerentscheid zur Werner-Jaeger-Halle?
  • Die Werner-Jaeger-Halle in Lobberich ist geschlossen.
    Nettetal : Stadtrat bleibt beim Beschluss für Sanierung der Werner-Jaeger-Halle
  • Zwei der Initiatoren für ein Bürgerbegehren
    Werner-Jaeger-Halle Nettetal : Antrag für Bürgerbegehren gestellt

Warum liegt Ihnen die Werner-Jaeger-Halle so am Herzen?

Boyxen Eine Entscheidung gegen die Sanierung der Werner-Jaeger-Halle, ja sogar für deren Abriss, wäre ein kulturelles Desaster. Die Werner-Jaeger-Halle ist ein Alleinstellungsmerkmal für Nettetal über dessen Grenzen hinaus. Viele bekannte Kulturdarbietende haben den Weg nach Nettetal gefunden. Dies alles wäre unwiederbringlich verloren. Die vorhandenen Ersatzspielstätten können die Attraktivität eines regulären Theaters auf Dauer nicht ersetzen. Gleiches gilt für die Banalität einer Mehrzweckhalle, die nach dem Wunsche einiger an die

Stelle der Werner-Jaeger-Halle treten soll.

Es geht aber auch um viel Geld, die Initiative für ein Bürgerbegehren spricht von Steuerverschwendung.

Boyxen Es wurde von unabhängiger, fachkundiger Seite errechnet, dass der beschlossene Weg der Sanierung der Werner-Jaeger-Halle trotz zwischenzeitlicher Kostensteigerungen der wirtschaftlichste ist. Es gibt keine günstigere Alternative.