Internationaler Modellflugtag des Clubs Grenzland Nettetal in Breyell

Breyell : Die Faszination des Fliegens

Am internationalen Modellflugtag des Clubs Grenzland Nettetal in Breyell nahmen gut drei Dutzend Hobbyflieger teil. Das jüngste Mitglied ist erst zehn Jahre alt: Aron kam durch eine Ferienaktion an die Modellfliegerei.

Hoch hinaus starteten am Sonntag in Breyell-Natt am Flugplatz Modellflugzeuge aller Art. Jedes Jahr veranstaltet der Modellflugclub Grenzland Nettetal einen internationalen Flugtag, bei dem Gäste aus anderen Vereinen geladen sind, um ihre Flieger vorzuführen. „Ungefähr 40 Gäste aus Nachbarvereinen sind gekommen“, erklärt Thomas Lehmann, zweiter Vorsitzender des Vereins MFC Grenzland. Darunter sind auch Vereinsflieger aus Belgien und den Niederlanden. Das Wetter spielt an diesem Sonntag mit. „Solange es keinen starken Wind oder Regen gibt, kann alles fliegen“, so Lehmann. Den Reiz am Fliegen macht für ihn vor allem die Technik aus. Man brauche viele Fertigkeiten, allein um ein Modell schon zu bauen. „Viele Modellflieger werden deswegen meistens auch Ingenieure oder Mechaniker“, erklärt Lehmann. Der Trend geht zurzeit in Richtung Elektromodell. Das sei auch umweltschonender. Der Club zählt heute rund 130 Mitglieder.

Ein besonderes Highlight ist die 23 Kilogramm schwere Maschine von Wilfried Trimborn. Seit drei Jahren besitzt er die unverkäufliche PT-19 Stearman. „Das ist eine amerikanische Schulungsmaschine.“ Der 5-Zylinder Motor höre sich besonders gut an beim Fliegen. Trimborn ist schon seit vielen Jahren im Verein Kleinenbroich. „Ich finde es toll, etwas Eigenes zu erschaffen und dann zum Fliegen zu bringen“, erklärt er seine Faszination für Modellflieger. Er besitzt mehr als 30 Modelle. Trimborn hat schon hunderte Flugtage besucht. Am Sonntag geht es für ihn aber nicht hauptsächlich ums Fliegen. „Ich bin hier, um neue Leute kennenzulernen und schöne Gespräche zu führen“, sagt Trimborn.

Ins Auge sticht an diesem Tag die pinke Maschine von Ulrich Berschick. Im Cockpit sitzt eine Hello-Kitty-Figur. Im Schnitt sind viel weniger Frauen als Männer in den Vereinen. „Es gibt viel zu wenig weibliche Mitglieder“, bedauert Ulrich Berschick, Schriftführer und Fluglehrer im Verein. Seine Leidenschaft findet er vor allem im Lehren. „Mir macht es oft noch mehr Spaß, anderen das Fliegen beizubringen als selbst zu fliegen.“ Im Verein gibt es Gruppen für Kinder, in denen sie basteln und fliegen. Bei dem Schüler-Lehrer-Fliegen haben beide jeweils eine Steuerung. „Ich unterrichte auch Menschen mit Behinderung“, erzählt Berschick, „Jeder muss selbst ein Gefühl und eine Beziehung zu dem Sport entwickeln, sonst funktioniert es nicht.“ Dem Fluglehrer ist vor allem die soziale Komponente wichtig. Das Vereinsleben und das Austauschen untereinander sei auch für die Jugend besonders schön.

Der 14-jährige Ole will später Pilot werden. Seit eineinhalb Jahren lernt er das Modellfliegen im Verein. „Das ist nichts Alltägliches“, meint er. Durch die Ferienaktion, die jedes Jahr organisiert wird, ist er von dem Fliegen fasziniert. Das jüngste Mitglied ist erst zehn Jahre alt, aber fliegt schon wie ein Großer. Der neue Star des Vereins heißt Aron. Sein Opa hatte ihn zu einem Flugtag mitgenommen, und seitdem ist er ein begeisterter Modellflieger. „Es ist toll, neue Dinge auszuprobieren“, erzählt Aron, „und es macht so viel Spaß.“ Zurzeit fliegt er Modelle aus Schaumstoff, die leicht genug sind, damit sie direkt abheben. Er kann schon Loopings fliegen und tiefe Landungen, bei denen der Flieger über den Boden streift. Aron hat noch Großes vor: „Später möchte ich in der Raumfahrt arbeiten.“

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