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Interesse an den niederländischen Nachbarn wecken

Schule in Nettetal : Interesse an den Nachbarn wecken

Der Kreisverband der Jungen Union fordert eine deutsch-niederländische Kulturwoche an den weiterführenden Schulen in Nettetal. Dort besteht grundsätzlich Interesse. Ein Problem: Es fehlen Niederländisch-Lehrer

Die Mitglieder der Jungen Union im Kreis Viersen kommen am Freitag, 13. März, im Hotel Stadt Lobberich zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zusammen. Nachwahlen für den Vorstand sind notwendig. So kandidiert Christina Herzog aus Viersen für das Amt einer Kreisgeschäftsführerin, als Beisitzer stellen sich Patrick Herdmann, Till Hinckers und Lorena Peters der Wahl. Für Außenstehende weit spannender ist aber ein Konzeptpapier des Vorstandes, das Kreisvorsitzender Philipp Heks mit den Mitgliedern diskutieren will. Dazu hat er auch Bürgermeister Christian Wagner (CDU) eingeladen.

Ein Punkt daraus fordert eine deutsch-niederländische Kulturwoche an weiterführenden Schulen. Der Kreis Viersen sei durch seine Lage an der niederländischen Grenze geprägt. Die Junge Union will die europäische Friedensidee lebendig erhalten: „Hierzu bedarf es einer guten Nachbarschaft zu den Niederlanden.“ Es gebe viele gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Verbindungen zu den Niederlanden. Diese gelte es zu fördern. Doch auffallend sei, dass grenzüberschreitende Partnerschaften und Kooperationen zwischen den weiterführenden Schulen kaum vorhanden seien. Um den Austausch zwischen Deutschen und Niederländern zu fördern, sieht die Junge Union deutsch-niederländische Kulturwochen an den weiterführenden Schulen als einen Schritt in diese Richtung.

Wie sehen das die weiterführenden Schulen in Nettetal? Grundsätzlich ja, heißt es am Werner-Jaeger-Gymnasium, wenn auch Schulleiter Andreas Kries einschränkt, mit Abi­turvorbereitungen und kurzem Schuljahr könne so etwas sicherlich nicht sofort, sondern eher im Herbst oder im nächsten Jahr verwirklicht werden. Zwar war jetzt ein Besuch belgischer Schüler aus Brügge geplant, der aber wegen Corona-Gefahr von den Belgiern abgesagt wurde. Am Werner-Jaeger-Gymnasium unterrichten drei Lehrerinnen Niederländisch in der Oberstufe. 30 bis 40 Schüler lernen zurzeit die Sprache der Nachbarn. Natürlich gehören auch Fahrten nach Venlo zum Schulprogramm.

An der Realschule in Kaldenkirchen sieht es gerade anders aus. Im Moment wird gar kein Niederländisch unterrichtet, weil es an den entsprechenden Lehrern fehlt. Aber zum 1. April käme eine neue Kollegin an die Schule, sagt Schulleiter Joachim Sczyrba erfreut. Sie könne auch Niederländisch unterrichten. Es studierten einfach zu wenige Niederländisch, meint er. Das Fach werde auch nur in Grenzregionen angeboten, schon in Krefeld oder Köln gebe es das Angebot nicht. Grundsätzlich hält er eine deutsch-niederländische Kulturwoche für „eine interessante Sache“. Die Realschule befinde sich nur wenige Kilometer von der Grenze zu den Niederlanden entfernt. Da müsse man natürlich aufgeschlossen für einen Austausch mit den Nachbarn sein. Im Internetauftritt der Schule heißt es noch, die Realschule sei eine der wenigen Schulen, die Niederländisch ab Klasse 6 anbieten. Und in der Stufe 9 kämen Berater der Euregio in die Schule, um Plätze für Schülerbetriebspraktika in der Grenzregion zu vermitteln.

Die Gesamtschule Nettetal hat in Venlo mit dem Stedelijk College Den Hulster eine Partnerschule. Der Besuch von Gesamtschülern im Jahr 2011 in der Fontys High School in Venlo ist allerdings schon etwas her.

Da kommen die Vorschläge der Jungen Union durchaus zu Recht. Sie schlägt vor, solche Kulturwochen in bestimmten Jahrgangsstufen jährlich vor den Sommerferien zu veranstalten. Sie sollten dazu dienen, um für die Sprache und die Kultur der Niederlande zu sensibilisieren. Eine Woche des Austausches könne das Interesse wecken, um weiterführende Angebote wahrzunehmen. Darüber hinaus fördere die Kulturwoche ein breites gesellschaftliches Bewusstsein für die Chancen und Potenziale in dieser europäischen Region.