Trauungen in Nettetal Heiraten an besonderen Orten in Nettetal

NETTETAL · Trauung im Standesamt, dann kirchliche Hochzeit – diesen Weg in die Ehe wollen immer weniger Menschen gehen. Angesagt sind ungewöhnliche Orte und ungewöhnliche Daten. Die Stadt Nettetal hat diesen Trend erkannt.

 Anja und Lukas Müßeler haben am 10. August im Schlösschen an Haus Bey in Hinsbeck geheiratet.

Anja und Lukas Müßeler haben am 10. August im Schlösschen an Haus Bey in Hinsbeck geheiratet.

Foto: Anja und Lukas Müßeler

Einfach nur das Standesamt sollte es für Lukas (26) und Anja Müßeler (24) am Tag ihrer Hochzeit nicht sein. Das junge Paar wählte für seine Trauung am 10. August 2018 das Haus Bey in Hinsbeck und erfüllte sich damit einen Traum. Die Stadt Nettetal macht ihnen und anderen Pärchen dies möglich: Alternative Trauungsorte gibt es in nahezu jedem Stadtteil.

Die Müßelers wohnen in Mönchengladbach, aber „da ich in Nettetal aufgewachsen bin und mein Mann und ich sowohl an der Stadt, als auch an der Natur dort hängen, haben wir uns bewusst für die standesamtliche Hochzeit in Nettetal entschieden“, erzählt Anja Müßeler. Dass es dort nicht nur einen Ort zur Eheschließung gibt, wusste sie von ihrer Schwester. Diese hatte vor drei Jahren für ihre Trauung den Lambertiturm in Breyell gewählt.

„Immer mehr Heiratswillige möchten nur noch standesamtlich heiraten, daher wird es wichtiger, attraktive Plätze für sogenannte Ambiente-Hochzeiten zu finden und auch anbieten zu können“, erläutert die zuständige Fachbereichsleiterin bei der Stadtverwaltung, Ute Marquardt-Schneiders. Das Angebot in Nettetal ist da: So können sich Paare auch beispielsweise im Rokoko-Pavillon oder im Bürgerhaus in Kaldenkirchen trauen lassen. Zusätzlich erfüllen die vier Standesbeamtinnen der Stadt weitere Sonderwünsche: „Wir versuchen, unser Angebot nicht nur durch besondere Hochzeitsarten, sondern auch besondere Daten auszuweiten“, sagt Marquardt-Schneiders.

 Wer sich für eine Hochzeit im Haus Bey entscheidet, sitzt hier vor einer der vier städtischen Standesbeamtinnen.

Wer sich für eine Hochzeit im Haus Bey entscheidet, sitzt hier vor einer der vier städtischen Standesbeamtinnen.

Foto: Stadt Nettetal

Das kommt an: In Nettetal fanden im Jahr 2017 mehr als 200 Trauungen statt, in diesem Jahr werden es knapp 230 Paare werden. Bei einer Vielzahl der Hochzeiten entscheiden sich die Paare für einen Samstag, aber auch Schnapszahlen liegen weiter im Trend: „In diesem Jahr waren es natürlich der 8. und 18. August, zusätzlich hatten wir eine Sonntagshochzeit am 11. November um 11.11 Uhr“, berichtet Marquardt-Schneiders. Anmelden können sich Paare für ihr Wunschdatum zwar erst sechs Monate im Voraus, allerdings sind in Nettetal Reservierungen schon eher möglich. „Für den 19. September 2019 gibt es bereits eine Reservierung, und da kommen sicher noch mehr“, sagt Marquardt-Schneiders.

 Das Trauzimmer im Lobbericher Rathaus ist gemütlich engerichtet. Die Gäste können auf den Stühlen hinter dem Brautpaar sitzen.

Das Trauzimmer im Lobbericher Rathaus ist gemütlich engerichtet. Die Gäste können auf den Stühlen hinter dem Brautpaar sitzen.

Foto: Stadt Nettetal

In diesem Jahr haben sich im Dezember etliche Paare dazu entschieden, quasi auf den letzten Drücker Ja zueinander zu sagen. Mitte des Monats waren noch einige Termine zu haben, nun ist alles voll. In der vergangenen Woche trauten die Nettetaler Standesbeamtinnen bereits zehn Paare, in dieser Woche werden es sechs und in der nächsten Woche an nur zwei Tagen (29. und 31. Dezember) neun sein. Die meisten von ihnen stammen aus Nettetal und Umgebung, ein Paar aber reist extra aus Rheinland-Pfalz an den Niederrhein. „Die beiden wollen unbedingt an Silvester heiraten, und nicht viele Städte und Gemeinden bieten diesen Termin an“, erklärt Marquardt-Schneiders.

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Foto: Wolfgang Kaiser

Absoluter Renner in Nettetal sind die vor knapp zwei Jahren eingeführten Candle-Light-Hochzeiten im Haus Bey: „Normalerweise bieten wir nur zwei einstündige Ambientehochzeiten an einem Samstagabend an, damit kein Massencharakter aufkommt“, sagt Marquardt-Schneiders. Aufgrund der großen Nachfrage seien in diesem Jahr jedoch jeweils drei Trauungen pro Abend vorgenommen worden.

Bei Anja und Lukas Müßeler war die Wahl schnell auf Haus Bey gefallen: „Die nahegelegene Natur und der Charme des Schlösschens entsprachen unseren Vorstellungen“, berichtet die Braut. Der persönliche Kontakt zu Standesbeamtin Marquardt-Schneiders habe zu einer intimen Gestaltung der Trauung beigetragen. Auch die Gäste seien begeistert gewesen: „Unsere Freunde und Verwandten, die bei der Trauung anwesend waren, haben von der besonderen Atmosphäre geschwärmt“, sagt Anja Müßeler. Diese zeigt sich auch bei einer Zeremonie im Breyeller Lambertiturm. „Wir bieten eine Trauung in der unteren Turmhalle an, richten sie dazu neu ein und schmücken sie entsprechend“, berichtet Ruth Rankers vom Förderverein Alter Kirchturm. Der Turm habe sich dadurch inzwischen zu einem Anlaufpunkt für Paare entwickelt, die keine kirchliche Trauung planen, aber ein besonderes Ambiente genießen möchten. „Wenn die Brautpaare es wünschen, können wir nach der Trauung für die gesamte Hochzeitsgesellschaft eine Turmbesteigung anbieten“, sagt Rankers. Besonderer Höhepunkt: Bei dieser Gelegenheit haben die Frischvermählten die Möglichkeit, auf der Aussichtsplattform des Turmes ein Schloss mit ihren Initialen anzubringen, das immer an diesen besonderen Tag erinnern soll.

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