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In Nettetal erzählen zwei Künstlerinnen mit Bildern Geschichten

Kunst und Kultur in Nettetal : Mit Bildern Geschichten erzählen

Werke von Dagmar Reichel, Sigrid Blomen-Radermacher aus Viersen und Sandra van der Meulen aus Middelburg im Projektraumkunst Busch 8. Die Ausstellung wird am Sonntag, 24. Oktober, eröffnet.

Ohne den Lockdown wäre diese Ausstellung so nicht entstanden. Wenn man den Galerieraum des Kunstvereins in Busch 8 betritt, fällt der Blick zuerst auf lange Reihen kleiner Bilder. Auf der einen Seite ein Text, auf der anderen Malerei. Beides auf elf mal elf Zentimetern. Während der Corona-Pandemie 2020 begann eine Zusammenarbeit zwischen der Autorin Sigrid Blomen-Radermacher, vielen auch als Mitarbeiterin der RP bekannt, und der Viersener Künstlerin Dagmar Reichel. In ihrem Austauschprojekt reagieren beide auf den jeweils anderen. Dem Text folgte ein Bild und umgekehrt dem Bild ein Text. So entstanden über drei Monate 100 Paarungen. „Lichtblicke“ nannten die beiden Viersenerinnen ihre kontaktlose Aktion, die jetzt im Projektraumkunst Busch 8 zu sehen ist.

Durch eine Förderung des Landesministeriums für Kultur und Wissenschaft konnte daraus auch ein kleines Büchlein entstehen. „Kunst, gleich welchen Mediums sie sich bedient, kann solche Lichtblicke schaffen, kann ohne viele Worte und mit den bescheidenen Mitteln von Farbe und Pinsel Licht ins Dunkel bringen“, schreibt Martin Radermacher im Vorwort.

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Mal ist der Dialog klar, wenn etwa Mohn im Text und Bild auftauchen, mal geheimnisvoll verborgen wie das Glockengeläut am Abend. Es entwickelte sich ein spannender Dialog, der „Sprung ins Ungewisse“ hat sich für beide gelohnt. In der Ausstellung kann man zuschauen, wie „ein Gedanke Kreise zieht“.

Die niederländische Künstlerin Sandra van der Meulen war schon einmal beim 13. Atelierprojekt im Sommer 2020 in Busch 8. Jetzt ist sie mit Tuschearbeiten wiedergekommen. Beim Künstlersymposium entdeckte sie die Schriften der Soziologin Hanna Meuter (Nach 1948 verbrachte Meuter ihren Lebensabend auf Burg Ingenhoven in Lobberich, wo sie 1964 starb). Meuter warb für ein gegenseitiges Verständnis für Menschen unterschiedlicher Regionen, Nationen und Kulturen. Van der Meulen, die eine chinesische Mutter hat und zeitweise in Hongkong und Singapur lebte, bringt englische Texte Meuters in ihre Bilder ein, allerdings spiegelverkehrt und nicht lesbar. Mit Tusche und Reispapier gelingen der Künstlerin aus Middelburg (Zeeland) faszinierende Effekte. Anders als auf Aquarellpapier läuft die Tusche beim Reispapier durch. Die Künstlerin nimmt diese Schichten ab und klebt sie auf den Bildgrund. So entsteht bei ihren Arbeiten, die meistens einen Kreis als Symbol des Lebens zeigen, eine Form, die den Kreis in zwei unterschiedliche Hälften teilt. Als weiteres Element kommt ein Faden hinzu, gemalt oder real als Zeichen für die verschlungenen Lebenswege. In einigen Arbeiten hat sie auch zerschlissene Fundstücke aus Holz eingearbeitet, um dem Einfachen und Alten Aufmerksamkeit und Würde zu schenken.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 24. Oktober, um 12 Uhr eröffnet. Sie läuft bis zum 7. November, geöffnet samstags 15 bis 18 Uhr, sonntags 12 bis 18 Uhr.