Nettetal: In Gummistiefeln zum Erntedankfest

Nettetal : In Gummistiefeln zum Erntedankfest

Traditionell endet die offizielle Saison auf dem Nabu-Naturschutzhof in Lobberich mit dem Erntedankfest. Das herbstliche Wetter beeinträchtigte die zahlreichen Aktionen nicht, viele Besucher kamen gern nach Sassenfeld.

Marita und Holger Lewald stehen vor der großen Obstsortenausstellung. "Ich habe gezählt, es sind fast 80 Sorten", berichtet Marita Lewald. Sie ist mit ihrem Mann zum ersten Mal auf dem Naturschutzhof zu Gast. In der Vergangenheit kam dem Ehepaar aus Kaarst "immer etwas dazwischen". Diesmal war es festentschlossen zum Besuch. "Egal welches Wetter, haben wir gesagt: Wir fahren", erklärt Holger Lewald, während er sich einen Überblick über den Veranstaltungsplan zum Erntedankfest schafft.

Beide haben bei dem Wetter für ihre Kleidung die richtige Entscheidung getroffen und sich Gummistiefel angezogen. Es ist nass und recht kühl. Das Thermometer zeigt keine zehn Grad Celsius. "Ich denke, es werden deshalb weniger Besucher kommen. Aber Hauptsache ist, es bleibt trocken", sagt die Leiterin des Naturschutzhofs, Wiebke Esmann. Sie gießet gerade einer Besucherin eine heiße Kürbissuppe ein. "Bei dem Wetter ist das genau das Richtige, und nachher noch einen Apfelpunsch", sagt die Frau und lächelt.

Auch die Aussteller haben schon mit dem nasskalten Wetter gerechnet. Sie schützen ihre Waren, wie Kräuter, selbst gemachte Marmeladen oder Chutney, Honig und Ziegenkäse vor Regen in großen Zelten. Auf die Besucher warten an diesem Tag aber nicht nur Leckereien. Für den Umsatz mit selbst gestrickten Mützen und Schals ist es vielleicht gar nicht so ungünstig, dass es kühl geworden ist. Schmuck oder herbstliche Blumenkränze stehen ebenfalls zum Verkauf.

Die mobile Saftpresse ist einmal mehr ein besonderer Anziehungspunkt. Ein Ehepaar aus Kempen hat rund hundert Kilogramm Äpfel aus dem heimischen Garten mitgebracht. Julius Dohmen von der mobilen Saftpresse übergibt dem Paar den letzten Fünf-Liter-Karton Apfelsaft. Die Kempener sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis und tragen Kistenweise den Saft zum Auto. "Das hat jetzt 80 Liter ergeben, und der ist zwei Jahre lang haltbar", erklärt der Kempener. Für Besucher, die kein Fallobst mitgebracht haben, hatte Julius Dohmen Apfelsaft aus eigener Herstellung mitgebracht. Am Eingang haben Marita und Holger Lewald unterdessen Äpfel gekauft: "Wir hoffen, dass es für einen Karton reicht", sagt die Kaarsterin.

Auch für die kleinen Gäste haben sich die Veranstalter etwas ausgedacht: Sie laden Kinder ab fünf Jahren zur Märchenstunde ein. Auch Stockbrotbacken, Kinderschminken und eine thematische Schnitzeljagd über den Naturschutz stehen zur Auswahl. Wem es draußen zu kalt wurde, der zog sich in die Informationsräume zurück. Hier stellte Claudia Kothen Fotos zum Thema "Wiesengeflüster — Schmetterlinge, Frösche & Co. auf dem Naturschutzhof" zur allgemeinen Bewunderung aus. Es handelt sich um Nahaufnahmen, die viel Geduld beim Fotografieren erforderten: Wasserläufer, Laubheuschrecken, rote Waldameisen, Raupen oder Erdhummeln mit witzigen Erläuterungen unterhalb der Fotos zogen viele Besucher an. Am Nachmittag fand ebenfalls der traditionelle Gottesdienst auf dem Naturschutzhof mit Pfarrer Rainer Ollesch aus Kempen sowie dem Chor der evangelischen Gemeinde Bracht-Breyell unter der Leitung von Uli Windbergs statt.

(janj)
Mehr von RP ONLINE