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Nettetal: In der Schule ist das Handy aus

Nettetal : In der Schule ist das Handy aus

Am Kempener Thomaeum gelten seit den Herbstferien eine Kleiderordnung und ein auf das gesamte Schulareal erweitertes Handyverbot. Die Schulen im Kreis Viersen schließen sich nur teilweise an.

Kreis Viersen Den Beschluss, am Thomaeum in Kempen eine förmliche Kleiderregelung in die Schulordnung aufzunehmen, hat die paritätisch mit je sechs Lehrern, Eltern und Schülern besetzte Schulkonferenz einstimmig gefasst. Das Gymnasium erwarte als Ort des Lernens von allen Beteiligten eine angemessene Kleidung, heißt es darin: "Sie ist dezent – Dekolleté, Bauch und Po sind bedeckt – und provoziert, diskriminiert, beleidigt oder belästigt nicht. Dies schließt provokante Motive (gewaltverherrlichend, rechtsradikal, sexistisch) aus."

Solche Sprüche auf T-Shirts seien bisher ohnehin nur Einzelfälle gewesen, versichert Schulleiter Edmund Kaum. "Ein sensibles Problem" sei dagegen tief ausgeschnittene Bekleidung bei Schülerinnen: "Lehrer können in solchen Fällen kaum von oben ins Heft einer Schülerin schauen, ohne sich gleich einem Verdacht auszusetzen."

Raum für Interpretationen

Auch die Johannes-Kepler Realschule in Süchteln hat eine solche Kleiderordnung. Allerdings lässt die Regel dort mehr Interpretationsspielraum, heißt es doch lediglich: "Die Kleidung sollte altersgemäß und dem Schulalltag entsprechend angepasst sein." Laut Schulleiterin Andrea Müllers reicht das jedoch vollkommen aus. "Bisher haben die Schüler in der Regel Einsicht gezeigt", sagt sie. Die Schule bietet auch eigene Kleidung mit dem Schullogo an, die bei den Schülern sehr gut ankommt.

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Die Johannes-Kepler Realschule bleibt mit ihrer festgeschriebenen Kleiderordnung eine Ausnahme im Kreis. Die meisten Schulleiter halten eine solche Ordnung nicht für notwendig: "Damit haben wir bisher keine Probleme gehabt", sagt Herbert Strickling, Schulleiter des Albertus-Magnus-Gymnasiums, wie das Thomaeum eine bischöfliche Schule. "Wenn uns Schüler aufgrund ihrer Kleidung auffallen, sprechen wir sie darauf an, und dann hat sich die Sache meist schon erledigt", meint Ingrid Krause-Hamacher, Schulleiterin der Hauptschule in Kaldenkirchen.

Was das Handyverbot betrifft, schließen sich die Viersener Schulleiter der Kempener Meinung an. Am Albertus-Magnus-Gymnasium muss das Handy während der Schulzeit ausgeschaltet sein. Ein generelles Mitnahmeverbot dürfen die Schulleiter jedoch nicht aussprechen. "Die Schüler dürfen bei uns selbstverständlich Handys dabei haben, da sie im Notfall ihre Eltern erreichen müssen", so Schulleiter Strickling.

In Absprache mit einem Lehrer darf das Handy dann benutzt werden. Verstößt ein Schüler jedoch gegen die Regel, muss er sein Handy im Sekretariat abgeben und darf es am Ende des Schultages wieder abholen. Beim zweiten Verstoß müssen dann die Eltern kommen, um das Gerät abzuholen. Diese Regel gilt auch an den anderen Schulen. Andrea Müllers von der Johannes-Kepler-Realschule glaubt, dass diese Regel auch unter den Schülern begrüßt wird. "Auch die Schüler empfinden das Handy im Unterricht als störend", hat sie festgestellt.

(RP)