Nettetal In Breyell weiterkommen

Nettetal · Von den weitreichenden Plänen innerhalb der Stadtentwicklung ist bisher kaum etwas umgesetzt worden. Der CDU-Ortsausschuss will endlich Fortschritte sehen. Er bezieht die Bürger ein, indem er Fragebögen verteilt.

 Auf der Brachfläche befand sich früher das Walzwerk Rötzel. Die Baumreihe rechts grenzt den Bahnhof Breyell ab. Von einem Park-and-ride-Platz ist hier nach wie vor nichts zu sehen.

Auf der Brachfläche befand sich früher das Walzwerk Rötzel. Die Baumreihe rechts grenzt den Bahnhof Breyell ab. Von einem Park-and-ride-Platz ist hier nach wie vor nichts zu sehen.

Foto: Busch

Als vor acht Jahren der neue Flächennutzungsplan verabschiedet wurde, herrschte in Breyell Aufbruchstimmung. Dem Stadtteil wurde der Schwerpunkt Wohnentwicklung zugesprochen. Außerdem sollte der Bahnhof als zentraler Knotenpunkt Nettetals für den öffentlichen Personenverkehr auf Schiene und Straße umgestaltet werden. Daraus ist bis heute so gut wie nichts geworden. Der CDU-Ortsausschuss Breyell will das ändern, und zwar gemeinsam mit den Bürgern.

Der Vorstand hat mit den vier Stadtverordneten einen Fragebogen entwickelt, der jetzt an rund 3000 Haushalte verteilt wird. Bis Ende April haben die Bürger Zeit, die umfangreichen Fragen zu beantworten. Bis Mitte Mai soll das Paket ausgewertet und in politische Zielsetzungen gegossen werden. Das Vorbild dazu lieferte vor gut zwei Jahren der kleine Ortsteil Leuth. Auf eine Umfrage der Stadt in der Bürgerschaft folgte eine Werkstatt mit dem Ziel, Grundsätze der weiteren Dorfentwicklung festzulegen.

Union ist ungeduldig

Breyells CDU-Vorsitzender Holger Michels verhehlte bei der Vorstellung des Fragebogens nicht, dass die Union inzwischen sehr ungeduldig ist. Das ehemalige Rötzel-Areal wird vom iranischen Ascotec-Konzern blockiert. Aus politischen Gründen eingefrorene Geldflüsse sowie ein offenkundiges Desinteresse des Stahlunternehmens an der Erschließung der Brachfläche zwischen Ortskern und Bahnhof verhindern, dass Pläne zur Bildung eines neuen "Stadtquartiers" verwirklicht werden. Leidvoll sind auch die Erfahrungen mit der Deutschen Bahn. Deren Entwicklungsgesellschaft glänzt eher durch das Gegenteil ihrer selbst gestellten Aufgabe: Es entwickelt sich so gut wie nichts am Bahngelände. Die Stadt möchte gerne ihre Pläne umsetzen, kommt aber einfach nicht weiter.

Und die "Querspange", die neue Führung der ehemaligen Bundesstraße 7 vom Ortseingang in Bieth aus entlang der Bahn, lässt auf sich warten. Der erhoffte zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke mit Lärmschutz steht auf der Agenda der Regionalpolitik und ist nun auch im Bundesverkehrsministerium bekannt. Aber ob das Projekt tatsächlich den Weg in den Bundesverkehrswegeplan ab 2015 findet, bleibt abzuwarten.

Von den großzügig ausgewiesenen Flächen zur Wohnbebauung am West- und Ostrand Breyells – quasi im Bogen von der Autobahn 61 herum um Schmaxbruch und Bieth bis zum Schellberg, mussten Areale zurückgenommen werden, damit beispielsweise die Erweiterung des Industriegebiets Speckerfeld (früheres MEG-Gelände) genehmigt werden konnte.

"Es sind dennoch 30 Hektar Fläche da, die mit Wohnungen bebaut werden können", versichert Christian Stein, Sprecher der CDU im Planungsausschuss. "Das ist ein Potenzial, das in Breyell aber irgendwann einmal gehoben werden muss."

(RP)
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