1. NRW
  2. Städte
  3. Nettetal

Nettetal: Im Würgegriff der Demografie

Nettetal : Im Würgegriff der Demografie

Viele werden den Verlust des ehemaligen Kinos sehr bedauern. Das Haus hat für einige Generationen gewiss viel Erinnerungswert. Aber der anhaltende Niedergang der Lichtspielhäuser, der kleineren zumal, ist kaum aufzuhalten. Nur mit hohen Investitionen zur Umstellung auf die Digitaltechnik kann künftig überhaupt noch ein Kino existent bleiben. Ob die Kosten eingespielt werden können, steht auf einem anderen Blatt. Denn einige DVD-Produktionen sind auf dem Markt, kaum dass der Kino-"Film" angelaufen ist.

Der geplante Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses an dieser Stelle ist ein wichtiger weiterer Baustein in der Entwicklung der Lobbericher Innenstadt. Tecklenburg reagiert auf Marktentwicklungen, wie Edgar Walter erklärt: Die Nachfrage nach barrierefreiem Wohnraum in zentraler Lage steige. Verfügbare Gebäude oder Freiflächen dagegen sind rar. Und Walter weist auch darauf hin, dass sich Investments solcher Größenordnung nicht in jeder Kleinstadt darstellen ließen. Lobberich rangiert so gerade noch am unteren Ende dieser Skala.

Das lässt auf Dauer nichts Gutes für kleinere Ortsteile – ob in Nettetal oder anderswo – erahnen. Kommunale Stadtentwickler stehen vor einer Herkulesaufgabe, wenn sie ihren Ortschaften eine nachhaltige Perspektive geben wollen. Es gibt in ländlichen Räumen keine Selbstläufer mehr im Bau von Wohn- und/ oder Geschäftshäusern. Die Folgen des demografischen Wandels schleichen sich unheilvoll immer weiter voran. Nicht nur in den Schulen.

(RP)